Mittwoch, Dezember 03rd, 2008 | Author: Jürgen R. Weber

Auch hier sind Sie eingeladen Kommentare niederzuschreiben. Aber nur wenn Sie auch in der Aufführung vom 6. Dezember waren. Falls Sie in DIE ROSE VOM LIEBESGARTEN zum 2. mal gehen, (ich habe gehört, dass Einige diesen Vorsatz gefasst haben): Was ist Ihnen aufgefallen? Haben Sie die ROSE VOM LIEBESGARTEN anders wahrgenommen? Warum gehen Sie überhaupt in die Oper? Schreiben Sie! Danke!

You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. You can leave a response, or trackback from your own site.

3 Responses

  1. 1
    Julia Böhme 
    Mittwoch, 24. Dezember 2008

    Auch diese Vorstellung war toll. Ich kann jedem nur raten, das Stück mehrmals anzuschauen. Es passiert so viel. Man entdeckt immer etwas Neues. Ich war nun zum zweiten Mal und es wurde absolut nicht langweilig. Man versteht vieles besser, es fällt leichter, der Handlung zu folgen. Aber auch die Musik ist es einfach wert, viel und oft gehört zu werden. Ich freue mich auf die nächste Vorstellung.

  2. 2
    Dr. Thomas Reinecke 
    Montag, 20. April 2009

    Mein Kommentar bezieht sich auf die Aufführung am Ostersonntag: die musikalische Qualität fand ich durchaus ansprechend, von der Inszenierung war ich entsetzt. Nicht in erster Linie wegen der vielen Geschmacklosigkeiten (Kloschüssel, Penis- und Brüstesymbol vor Akt I, Kostüme in Akt II usw.), sondern wegen der zahlreichen Verfälschungen der Vorlage durch freie Erfindungen des Regisseurs (z. B. die Hausmeister-Rolle Siegnots, Schatten/Schättin, die Bezeichnung der Sternenjungrfau als Zwittergöttin, Begriffe wie Mutanten oder Grauweltler) oder durch Auslassungen (z. B. Tempel im Vorspiel). Die Inszenierung war dadurch sowie durch die oft verzerrende Wiedergabe des Inhalts in den seitlichen Projektionen eine freie (und m. E. eher verwirrende als erhellende) Fantasie des Regisseurs zu Pfitzners Musik, aber keine Wiedergabe der tatsächlichen Oper. Das zeigt einen problematischen Mangel an Respekt vor dem geistigen Eigentum anderer, aber auch vor dem Publikum, das (nicht nur durch das Geschehen auf der Bühne, sondern auch durch das Programmheft) irregeführt wurde. Ich finde das intellektuell unredlich und (das meine ich ernst) moralisch verwerflich; umsomehr bei einem selten aufgeführten Stück, für das den meisten Zuschauern Vergleichsmöglichkeiten fehlen dürften, dessen vollständiges Textbuch (inclusive der bedeutsamen Regieanweisungen Gruns/Pfitzners!) nur in wenigen Exemplaren antiquarisch erhältlich ist (ich habe es vorher gelesen - aber wieviele Zuschauer werden gemerkt haben, was ihnen da vorgesetzt wurde?) - Antwort des Regisseurs erbeten

  3. Lieber Herr Dr. Reinecke,

    erst einmal vielen Dank dafür, dass Sie sich die Mühe gemacht haben, so einen ausführlichen Kommentar zu schreiben. Bevor ich zur Inszenierung der Rose komme, möchte ich Ihnen versichern, dass ich großen Respekt vor Pfitzners Musik habe. Ich liebe seine “Von deutscher Seele” - Kantate und zähle den “Palestrina” zu einer meiner Lieblingsopern. Ich habe Palestrina oft in Hamburg in der wunderbaren Horres Inszenierung mit James King in der Titelrolle gesehen. Wenn da ein verrückter Regisseur die Oper verfälscht oder vergewaltigt hätte, wäre ich auch einigermaßen angepisst gewesen. Insofern kann ich ihre Gefühle durchaus verstehen. Aber im Gegensatz zum Palestrina, der ein wunderbares Werk über Inspiration, Kreativität und den Künstler in der Gesellschaft ist, muss ich bei der Rose leider feststellen, dass das Stück, (und damit meine ich nicht die Musik), schwach ist. Schwach in der Ausführung des Librettos und schwach in der Fabel. Schwach auch in der Theaterwirksamkeit. Das zeigt mir nicht nur meine eigene Analyse, sondern auch das Studium der diversen Kritiken aus der Zeit der Uraufführung. Die Leute haben sich, obwohl das Werk dort meistens mit vielen Strichen aufgeführt wurde, zu Tode gelangweilt. Außerdem hat kaum jemand das Werk verstanden. Die ungeschickte Konstruktion des Textbuches verhinderte, dass man zum wahren Kern der Geschichte vordrang. Die Charaktere wirkten nicht aus Fleisch und Blut. Trotzdem ist die Oper gerade wegen ihrer Merkwürdigkeiten und natürlich der teilweise grandiosen Musik spannend. Da es meine Aufgabe war die Rose vom Liebesgarten in voller Länge zu inszenieren, habe ich mich als erstes in die Musik versenkt und versucht den Kern der Geschichte für mich herauszuschälen. Die “Geschichte hinter der Geschichte”. Und diese Geschichte handelt von unfreiwilliger Komik, von Schönheit, Tanz, Monstern und von der Erlösung durch die Liebe. Da niemand genau weiß wie die Elfen, Zwerge, ewig lebende Tempelbewohner, Riesen etc. aussehen, habe ich Formen gewählt, die mir möglichst weit entfernt von unserem Alltag schienen. Jedes Detail in meiner Inszenierung verweist auf den Kern der Oper, wie ich ihn durch die Musik verstanden habe. Nicht alles ist vielleicht geglückt, aber es ist alles mit Herzblut entstanden. Ich hoffe, dass diese Ausführungen Ihnen wenigstens zum Teil gezeigt haben, dass ich mit meiner Inszenierung keineswegs provozieren oder ein Werk vergewaltigen wollte.
    Grüße aus Berlin
    Der Regisseur.

Leave a Reply