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Donnerstag, Dezember 18th, 2008 | Author: Jürgen R. Weber

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Donnerstag, Dezember 18th, 2008 | Author: Jürgen R. Weber

Eine Oper wehrt sich gegen den Kulturabbau
Proteste gegen die städtische Politik und Hans Pfitzners “Die Rose vom Liebesgarten” am Theater Chemnitz
(von Gerhard Rohde, Frankfurter Allgemeine Zeitung  17.12.2008)

Ein Wort zuvor: In einer großen Kritikerumfrage vor drei Jahren wurde das “Deutsche Stadttheater” in seiner Gesamtheit zum “Opernhaus des Jahres” gewählt. Es war eine gute und richtige Entscheidung. An den Stadttheatern trifft man mehr als an den großen “Operntankern” auf Neugier, Risikobereitschaft, den Mut zum Experiment sowie zum Ausgraben und Überprüfen erfolgreicher Operntitel von einst.
Dass das musikalische und sängerische Niveau an den Stadttheatern dabei in der Regel bemerkenswert hoch ist, bedarf keiner ausführlichen Erwähnung mehr. Ein solches Stadttheater findet sich auch in Chemnitz. Immer wenn eine Kommune in finanzielle Schwierigkeiten gerät, werfen die Stadtpolitiker den ersten Blick bevorzugt auf die sogenannte “Kultur”, und da ein personalintensives Theater samt Orchester, Chor und Ballett meist den größten Posten im Etat ausmacht, soll dort am heftigsten gespart werden. Dass ein Theater aber eben wegen der vielen Arbeitsplätze nur bedingt billiger zu haben ist, bringen Etatkürzungen das ganze “System Theater” zum Einsturz.
In Chemnitz wehrt sich das Theater gegen eine solche Politik mit Aufrufen vor den Vorstellungen, mit Demonstrationen auf dem Opernplatz und der Bitte an das Publikum, sich direkt an verantwortliche Stadtpolitiker zu wenden. Zu diesem Zweck werden die amtlichen Adressen der Rathausfraktionen und ihrer Mitglieder auf einem Prospekt verteilt. Ob es was nützt, bleibt abzuwarten. Jetzt zur Kunst: Die Aufführungsgeschichte des Chemnitzer Theaters enthält auch eine Inszenierung von Hans Pfitzners romantischer Oper “Die Rose vom Liebesgarten” im Jahr 1937. Wenn das Werk jetzt wieder auf dem Spielplan der Chemnitzer Oper erscheint, pflegt man sozusagen die eigene Tradition, die allerdings mehr als sieben Jahrzehnte zurückliegt, zu einer Zeit, deren politische und menschliche Verwerfungen auch den Komponisten Pfitzner in eine mehr als fragwürdige geistige Nähe gerückt haben.
Die Pfitzner-Diskussionen leben bei jeder neuen Aufführung seiner Werke, vor allem der Opern, unverändert auf. So hat auch die Wiederaufführung der “Rose vom Liebesgarten” vor zehn Jahren in Zürich für entsprechende Kritiken gesorgt, obwohl doch das Werk schon 1901 uraufgeführt und anschließend viel nachgespielt wurde. Die Handlung auf ein Libretto des Engländers und Jugendfreundes James Grun verleitet natürlich zu retrospektiven Kommentaren: ein helles Licht-Reich wird von dunklen Mächten der Unterwelt bedroht, ein hehrer Ritter, zum Wächter des strahlenden Liebesgartens bestellt, verfällt einer Elfenkönigin. Er will sie befreien, gerät in Todesgefahren, reißt wie Samson den unterirdischen Tempel ein und wird dabei ebenso wie die Bösewichter unter den Trümmern begraben. Am Ende aber erfahren die Liebenden vom Sternenthron höchste Gnade: Sie werden aus Tod und Verdammnis zum Licht erweckt. Und bei allem hilft die Rote Rose vom Liebesgarten, eine Art Tamino-Zauberflöte, ein magischer Blumen-Lichtstab, der Ritter und Elfenkönigin auf ihren verschlungenen Wegen begleitet.
James Grun und Pfitzner wurden für ihre Oper von Bildfolgen des Malers Hans Thoma inspiriert, und diese Anregung gab dem Werk auch die dramaturgische Struktur: Die Handlung verläuft weniger lineardramatisch, sondern in bildhaften Tableaus, eingeteilt in zwei Akte sowie mit Vor- und Nachspiel. Diese Freizügigkeit der szenischen Anordnung gibt zugleich der Musik die entsprechenden Freiräume. Natürlich assoziiert sie, oberflächlich gehört, vieles von Wagner, Liedhaftes führt zu quasi leitmotivischen Techniken. Dann aber dringen dissonante Reibungen in die Musik ein, Klangfarben-Register lassen an Mahler denken, man findet Spaltklänge und akzentuierte Kontrapunktik, und immer wieder leuchtende Orchesterfarben, die Gustav Mahlers Ausruf verständlich werden lassen: “Seit der Walküre, erster Akt, ist etwas ähnlich Großartiges nicht geschrieben worden!”
Die Chemnitzer Neuinszenierung von Jürgen R. Weber (Regie und Bühne) begegnet dem Werk mit dem spürbaren Ernst zur intelligenten Persiflage. Ein Hauch von Fantasy-Spaß liegt über allem. Der Karl-Marx-Kopf, der in Chemnitz unverändert martialisch auf einem Platz thront, findet sich auf der Bühne inmitten einer wüsten Wolfsschlucht-Szenerie wieder. Das mittelalterliche Märchen im romantischen Märchengewand wird dabei durchaus anschaulich erzählt, was theatralische Pointierungen nicht ausschließt. Einiges wirkt ein wenig billig, wie der Eingang zur Unterwelt in Form eines riesigen Klo-Beckens. Manche Szenen erinnern auch an komische Ritterspiele im Freilichttheater, anderes, wie die Begleitung der zentralen Figuren durch zwei Schatten-Tänzer verleiht der Geschichte romantische Poesie. Könnte man die ziemlich verwickelte, auch verquaste Geschichte anders inszenieren? Vielleicht indem man eine stringente ästhetische Linie verfolgte, die sich aus den Hell-Dunkel-Kontrastierungen in der Malerei ableiten ließen - analog zu den Bildvorlagen des Librettos.
Ohne Einschränkungen gelang die musikalische Seite der Aufführung. Domonkos Héja entfaltete mit der Robert-Schumann-Philharmonie sensibel den Perspektivreichtum der Partitur. Chor und Kinderchor waren von Mary Adelyn Kauffman sorgfältig einstudiert, Lode Devos entwickelte eine ansprechende, auf Dauer leicht monochrom wirkende Choreographie. In den Hauptpartien überzeugten Erin Caves als Ritter, Astrid Weber als Elfenkönigin sowie als Nachtgestalten Kouta Räsänen und André Riemer. Insgesamt eine geschlossene Ensembleleistung, die der Chemnitzer Oper ein hervorragendes Zeugnis ausstellt. In der gegenwärtigen Situation des Hauses ein gutes Argument wider die Kulturpolitik der Stadt Chemnitz.

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Samstag, Dezember 13th, 2008 | Author: Jürgen R. Weber

© Sven Bindseil

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Freitag, Dezember 12th, 2008 | Author: Jürgen R. Weber

© Sven Bindseil

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Freitag, Dezember 12th, 2008 | Author: Jürgen R. Weber

© Dieter Wuschanski

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Freitag, Dezember 12th, 2008 | Author: Jürgen R. Weber

© Dieter Wuschanski

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Donnerstag, Dezember 11th, 2008 | Author: Jürgen R. Weber

©  Sven Bindseil

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Donnerstag, Dezember 11th, 2008 | Author: Jürgen R. Weber

© Sven Bindseil

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Donnerstag, Dezember 11th, 2008 | Author: Jürgen R. Weber

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Donnerstag, Dezember 11th, 2008 | Author: Jürgen R. Weber

© Dieter Wuschanski

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Donnerstag, Dezember 11th, 2008 | Author: Jürgen R. Weber

© Dieter Wuschanski

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Mittwoch, Dezember 10th, 2008 | Author: Jürgen R. Weber

© Dieter Wuschanski

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Mittwoch, Dezember 10th, 2008 | Author: Jürgen R. Weber

Seltene Pfitzner-Oper

Die Rose vom Liebesgarten

Was Sie schon immer über die Pubertät ihres Sohnes wissen wollten

Wer einen ernst gemeinten Pfitzner erwartete wurde bitter enttäuscht. Jürgen R. Weber erschuf in seinem aufwendigen und farbenfrohen Bühnenbild zusammen mit den geschlechtsbetonten Kostümen von Sven Bindseil eine Fantasywelt wie sie nur einem pubertierenden Hirn entsprungen sein konnte. Klugerweise verzichtete er auf des Meisters eigenen Regieanweisungen und rettete dadurch das Stück vor dem Tod durch Ertrinken im Meer des Romantikkitsches.

Zusammen mit seinem Dramaturgen Andreas Beuermann entwickelt er Kommentare zum Bühnengeschehen, die weniger der Brecht’schen Theaterpraxis entliehen waren, mehr aus einem Schülerheft stammen konnten. Witzig bis flapsig (laber, laber…gähn,…das werden wir noch sehen) zeigten sie Die Sicht auf das Geschehen, kommentiert von einem „Knäblein“ das sich mit dem Bösewicht, teuflisch gut: Kouta Räsänen, dem Nachtwunderer, identifiziert. Die beiden Helden, den Tenorpart gab stimmlich sicher und klar zu verstehen Erin Caven als Siegnot, und die sensationelle (die Chemnitzer sind schon sehr verwöhnt) Astrid Weber die Minneleide. Beide Figuren wurden durch Ramona Capraro und Felipe Rocha in den Tanzpartien von Schättin und Schatten verdoppelt. Lobenswert auch die beiden Hilfselfen oder wie man sie in Chemnitz nennt die Zwölfen, Jana Bücher, Schwarzhilde, Tiina Pentinen als Rotelse, geben den beiden (leider) kleinen Partien emotionale Tiefe.

Der Chor und der Kinderchor sind diszipliniert und bestens von Mary Adelyn Kauffman einstudiert.

Domonos Héja, der innerhalb kürzester Zeit für den erkrankten Frank Beermann die musikalische Leitung übernahm, schaffte den Spagat zwischen expressiver Tiefe und sinfonischen Klängen. Die Robert Schumann Philharmonie konnte sich voll entfalten ohne an den poetischen und dramatischen Klippen zu scheitern.

Aber zurück zur Regie. Weber gelingt es der spätromantischen Oper Pfitzners eine neue Gestalt zu geben, ohne den Sinn der Oper zu zerstören. Das er sie in die Phantasiewelt eines Kindes hinein projiziert, ist dem Stück dabei dienlich. Sicherlich hätten einige Striche in der Partitur gut getan, aber in Hinblick auf eine Cd Einspielung ist diese fast strichlose Fassung doch eine gute Wahl. Weber zitiert alles, was in den letzten Jahren auf die Kinoleinwand oder im Fernsehen gezeigt wurde. Ringjäger, martialische Krieger wie vom anderen Stern bis hin zu der Besetzung beliebter Nachmittagstalkshows, das ganze Programm an Freaks wurde auf die Bühne gebracht. Dabei bleibt er immer „anständig“, niemals driftet seine Inszenierung ins Ordinäre ab. Dazu trägt auch zurückhaltende Erotik Astrid Webers und der Damen Bücher und Pentinen bei.

Fazit, die Neuinterpretation tat dem Werk Pfitzners gut, es besteht berechtigte Hoffnung, dass mit dieser Oper ein jüngeres Publikum angesprochen werden könnte.

Dem alteingesessenen Opernfreund sei diese Oper ans Herz gelegt, denn so häufig wird sie nicht gegeben.                                                    Alexander Hauer

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Dienstag, Dezember 09th, 2008 | Author: Jürgen R. Weber

Die Premiere war toll. …
Ich fand diese Inszenierung rundum gelungen. … Ich werde mir dieses Stück noch sehr oft anschauen und anhören.

Julia Böhme

Tolle Premiere! tolle Party! toller Abend! besonders gelungen fand ich das Cross-Over mit dem Ballett! schön, dass man die Sparten so elegant und phantasievoll “unter einen Hut” bringen kann.  ich werde wieder in das Stück gehen! bin echt “infiziert” mit dem Rosen-Virus ;-)
Sarah Kuhn

für alle, die gestern abend nicht dabei sein konnten, ganz sicher auch anregung, diese auch für mich überaus phantasievoll erzählte und ausgestattete, spannende und berührende, ja wirklich spektakuläre aufführung nicht zu versäumen = unbedingt hingehen!!!
Anonymus

Erstmal ein großes Bravo an alle Beteiligten und an das Haus. Man hat die Liebe gespürt, mit der an dieser Produktion gearbeitet wurde. Das Blog-Tagebuch war eine großartige Idee, die eigentlich Schule machen und Standard für jede Inszenierung werden sollte, weil dem interessierten Besucher hier die Möglichkeit geboten wird, mitzuverfolgen, welchen Sachzwängen eine Inszenierung unterworfen ist und welche Intentionen den Regisseur leiten.
Boris Kehrmann

Selten habe ich einen von vorne bis hinten so stimmigen Operabend gesehen. Kühler Humor, Tanz ohne Kitsch, gekonnt geleuchtet und vorbildliche Personenregie, die (für den Zuschauer unauffällig) die Sänger unterstützt, ohne langweiliges Rampentheater zu produzieren.
Celeste

derbe gemacht digga!
gratullazion

DarkShadow_Dragonlord_

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Montag, Dezember 08th, 2008 | Author: Jürgen R. Weber
Fröhliche Flucht in mythische Welten
Das Theater Chemnitz bringt die Oper „Die Rose vom Liebesgarten“ auf die Bühne – als Parodie
(von Jens Daniel Schubert, Sächsische Zeitung  06.12.2008)

Wenn Siegnot Minneleide aus den Händen des Nachtwunderers zu befreien versucht, ist man entweder bei Richard Wagner oder seiner Parodie. Hans Pfitzner, spätromantischer deutscher Opernkomponist zwischen Richard Wagner und Richard Strauss, hat „Die Rose vom Liebesgarten“ sicherlich ernst gemeint. Jener paradiesische Frühlingsgarten ewiger Jugend, der gegen die Grauweltler abgeschirmt und vor den finsteren Mächten geschützt werden muss, passte in die romantischen Vorstellungen seiner Zeit. Er meinte sein Werk – die Liebesgeschichte, in der sein Held die Elfe aus dem Zwischenreich ins himmlische Licht zu führen versucht, aber in die Unterwelt abstürzt, also physisch scheitert, aber moralisch siegt – als eine ernsthafte Parabel zur frühkapitalistischen Welt und ihren Erlösungsutopien. Doch seine Hoffnungen gehen nicht auf. Nicht einmal auf dem Theater haben sie sich behauptet. „Die Rose vom Liebesgarten“ ist eine vergessene Oper.

Nun hat sich das Opernhaus Chemnitz an ihr versucht. Premiere war vor einer Woche. Noch ist das Haus in der Lage, Opern ausgewachsenen Wagner-Formats in hoher Qualität zu musizieren und verfügt über einschlägige Erfahrungen. Domonkos Héja und die Schumann-Philharmonie, ein bestens präparierter Chor und Kinderchor und teils überragende Solisten machten Pfitzner zum Hörgenuss. Inszenierung und Bühne stammen von Jürgen R. Weber, seine Konzeption heißt Parodie. Er inszeniert eine Paraphrase zu Pfitzners Oper. Bühnenbild und die Kostüme von Sven Bindseil assoziieren Fantasy zwischen „Herr der Ringe“, „Star Trek“ und „Man in Black“. So spottet er nicht nur über die Auswüchse spätromantischer Opernkunst, sondern zeigt, dass die Flucht in mythische Welten, wo Helden das Gute gegen übermächtig Böses durchsetzen, Männer männlich und Frauen sexy Objekte ihrer Begierden sind, bis heute ihre Anhänger findet.

Natürlich erzählt Weber keine schlüssige Geschichte. Er versucht auch nicht, die metaphysische Parabel über die das Triviale besiegende Idee, die Pfitzner vorgeschwebt haben mag, zu enträtseln und mit heutigen theatralischen Mitteln neu zu erzählen. Er spielt, durch die Choreografien von Lode Devos treffend unterstützt, auf der Bühne die prägnant kurz gefasste Inhaltsangabe der Szenen samt ihrer respektlosen Kommentare, die er comicartig rechts und links der Bühne einblenden lässt. Das ermuntert zu distanzierter Komik, auch wenn sich im Premierenpublikum das befreiende Lachen nur höchst selten einstellte. Dennoch war die Inszenierung so spannend und schlüssig, dass sich trotz hervorragender Sängerleistungen und durchaus vorhandener Zäsuren keine Hand zum Zwischenapplaus rührte.

Erin Caves in der Rolle des Siegnot – hier ein versehentlich aufgestiegener Hausmeister – ist ein Heldentenor, wie man ihn sich für diese Partie nicht besser wünschen kann. Kouta Räsänen ist ausdrucksstarker, stimmkräftiger Gegenpart in der Figur des Nachtwunderers. Glänzend auch Astrid Weber, die als Minneleide nicht nur stimmlich überzeugte, sondern auch mit ihrem Spiel Widersprüche und Entwicklungen dieser Figur nachvollziehbar zu zeigen suchte. Großen Einsatz zeigten auch die weiteren Solisten, Chöre und die Komparserie, besonders hervorzuheben die Leistungen des Balletts, das sich wandlungsfähig und ausdrucksstark präsentierte. Zum Abschluss des auch in der Länge an Wagner erinnernden Opernabends gab es langen, dankbaren Applaus, insbesondere für die musikalische Seite.

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Sonntag, Dezember 07th, 2008 | Author: Jürgen R. Weber

Hier könnt Ihr Kommentare zur Aufführung vom 13. Dezember schreiben. Lob, Kritik und Fragen. Traut euch!!

Sonntag, Dezember 07th, 2008 | Author: Jürgen R. Weber

Wer noch Freikarten für die Vorstellung vom 13. Dezember gewinnen will, sollte sich hier beim Opernquiz beteiligen.

Die Frage lautet: In welchen Opern oder Operetten, ausser der ROSE VOM LIEBESGARTEN spielen Rosen eine Rolle???

Mehrere Antworten sind möglich. Es können auch Arien oder Textstellen genannt werden. Die Antworten bitte senden an     gralfilm@foni.net    .

Bitte eine Telefonnummer angeben. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

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Samstag, Dezember 06th, 2008 | Author: Jürgen R. Weber
“Rose vom Liebesgarten”

Fantasy-Schabernack mit Karl Marx

VON HANS-KLAUS JUNGHEINRICH
Mitten in Chemnitz thront vor einem schnöden Plattenbau ein metallisch strotzender Karl-Marx-Kopf, voluminös wie mindestens hundert zusammengebackene Stierhäupter. Nicht übel, dass sich dieses Objekt offenbar als denkmalgeschützt erweist auch in für den Nachgebildeten schwereren Zeiten. Zum allgemeinen Vergnügen des mit Marxbildern reichlich vertrauten Publikums erlebte der Kopf eine monströse Wiederkehr im nahen Opernhaus, wo er den Wolfsschlucht-Grusel einer bleckenden Bühnenarchitektur und den unterirdischen Horror im zweiten Akt von Hans Pfitzners Oper “Die Rose vom Liebesgarten” effektvoll steigerte.

Hier war er Teil einer Inszenierung, die das viel zu selten gespielte Werk, eine nachwagnersche Märchen- und Jugendstiloper mit düster-schopenhauerischen Zügen, in die neumodische Fantasy-Sphäre zu versetzen unternahm. Das hätte Verflachung, ungute Trivialisierung bedeuten können. Doch der Szeniker Jürgen W. Weber (Regisseur und Bühnenbildner) verfuhr umsichtig und sensibel genug, um Abstürze jeglicher Sorte zu vermeiden. Ohne allzu lehrhafte psychologisierende Akzente gelang ihm eine Verbindung von Buntheit und Tiefsinn.

Mit dem Wagner-Aufguss der Bühnendichtung von James Grun ernstlich “philologisch” sich zu beschäftigen, wäre vielleicht verlorene Liebesmüh’. Die Handlung präsentiert sich als undurchdringliches Gestrüpp qualstrig-schwülstiger Motive. Gut herausschälen lässt sich jedoch das (gewiss banale) Grundmuster des Kampfes zwischen Gut und Böse. Das Heldenpaar Siegnot und Minneleide (ach, wie treudeutsch doch die Namen!) reist prüfungsbedrängt zwischen Ober- und Unterwelten und geht dabei zugrunde. Gegönnt wird nur eine zarte opernhafte Finalverklärung. Pfitzner, der berufene Tondichter für die Disziplinen Angst, Sorge und Tod. Die Titel-Rose ist so etwas wie ein unkräftiges Zaubermittel, Schlüssel einer unerreichten Utopie.

Weber verfährt mit einer liebevoll die Unwirklichkeiten ausstaffierenden Phantasie (unterstützt von bizarren Kostümen Sven Bindseils). Da gibt es die stummen Doppelfiguren einer “siamesischen” Göttin, ein Körper mit Brüsten, einer ohne (weil männlich) und eines ballettös perfekten “Schatten”-Paares oder eine ingrimmige Wächterfigur mit Krebsscheren statt Händen. Und der erzböse Nacht-Wunderer (ein wirklich schön exaltierter Name!) tritt mit einem parallel den Mund aufreißenden Handpuppen-Double auf.

Für Verfremdung sorgen seitliche Schrifttafeln, ein nützlich auf Distanz haltender Cicerone, der klug die Balance hält zwischen lässigem Schabernack und pietätvoller Einstimmung in die Situationen, die sich auf diese Weise oft doch überraschend klären. Insgesamt eine bewundernswerte Aufschließungs- und Einfühlungsarbeit. Ohne gerodet zu werden, wird hier ein Operndschungel ansprechend gegliedert und gelichtet.

Die Ausgrabung lohnt sich vor allem angesichts einer immens reichen, von halluzinatorischer Klanglichkeit erfüllten Musik. Zunächst dominieren das Naturhafte, Ornamentale, fesselloser Schönklang. Vom dritten der vier großen Bilder an wird es finsterer, schon mit einem Orchestervorspiel, das mit tropfendem, pochendem Insistieren zur vorletzten Jahrhundertwende zweifellos so modern wirkte wie kaum etwas damals Zeitgenössisches. Vor dem letzten Bild (Epilog) erklingt ein dröhnend-schwerer Trauermarsch, chthonisch-gewaltig wie zwei, drei Siegfried-Kondukte. Als hängten sich Bleigewichte an die Märchenoper, die mit solcher Unrundheit auch problematisch wird. Aber das Problematische ist ja oft gerade das Faszinierende an Pfitzners nächtlicher Poetik.

Auch in Chemnitz bohrte der Tarifstreit der Orchester, aber die Premiere wurde zum Glück nicht unmöglich gemacht. Ohne das voll aufblühende Orchesterkolorit wäre die “Rose” leblos. Unter der souveränen Leitung des kurzfristig eingesprungenen Domonkos Héja wuchs das Chemnitzer Opernorchester förmlich über seine Grenzen hinaus. Auch die sängerdarstellerischen Leistungen waren vorzüglich. Atemberaubend die erotische Bühnenpräsenz der Minneleide von Astrid Weber, einer ranken Barbarella mit dramatisch zupackender, sicherer, gut fokussierter Sopranhöhe. Von ganz anderem Temperament ihr Siegnot-Partner Erin Caves, in aller Beweglichkeit relaxt und gänzlich ungezwungen, eben von bester Heldentenor-Art.

Oper Chemnitz, 6. Dezember, 8., 24. Januar. www.theater-chemnitz.de


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Samstag, Dezember 06th, 2008 | Author: Jürgen R. Weber

“Spektakuläre Bilder, obsessive Gedankenwelten.”
Marianne Schultz // Freie Presse

“Von den vielen gelungenen und ungewöhnlichen Ideen Webers einige herauszuheben fällt schwer.”
Toni Hildebrandt // klassik com

“Die Chemnitzer Neuinszenierung von Jürgen R. Weber (Regie und Bühne) mit dem spürbaren Ernst zur intelligenten Persiflage”
Gerhard Rohde // Frankfurter Allgemeine Zeitung

“…der Szeniker Jürgen R. Weber (Regisseur und Bühnenbildner) verfuhr umsichtig und sensibel genug, um Abstürze jeglicher Sorte zu vermeiden. Ohne allzu lehrhafte psychologisierende Akzente gelang ihm eine Verbindung von Buntheit und Tiefsinn.”
Hans-Klaus Jungheinrich // Frunkfurter Rundschau

“Gesungen und getanzt (…) wird auf hohem Niveau. Der ungeteilte, anerkennende Bravo-Beifall gilt den Sängern und Darstellern genauso wie den Musikern im Graben und dem Regieteam.”
Axel Göritz  //  Opernnetz

“Eine insgesamt gelungene Produktion, die Appetit auf weitere „Ausgrabungen“ der Oper Chemnitz macht.”
Dr. Andreas Gerth //  Operapoint

“Die Inszenierung ist darin besonders gelungen, indem sie das Unvereinbare nebeneinander stellt, den schönen Klang und den schmutzigen Gang der Dinge. “
Boris Michael Gruhl //  Dresdner Neueste Nachrichten

“Weber gelingt es der spätromantischen Oper Pfitzners eine neue Gestalt zu geben, ohne den Sinn der Oper zu zerstören.(…) Fazit, die Neuinterpretation tat dem Werk Pfitzners gut, es besteht berechtigte Hoffnung, dass mit dieser Oper ein jüngeres Publikum angesprochen werden könnte.”
Alxander Hauer // Der Opernfreund

“Es gibt mystisch-schöne Tanzszenen…    Wie im Leben: Wohlgeformte unbedeckte Frauenbeine lassen Siegnot seine Pflicht vergessen. Es kommt also erst Sex, dann Liebe ins Spiel – und plötzlich ist der geile eitle Hausmeister tot.”
Ch. Hamann-Pönisch  //  MoPo Chemnitz

“Die überzeugende Führung der Darsteller hatte wesentlichen Anteil am großen Erfolg der Premiere. “
Werner Wolf   // Neues Deutschland

“…die Inszenierung (war) so spannend und schlüssig, dass sich trotz hervorragender Sängerleistungen und durchaus vorhandener Zäsuren keine Hand zum Zwischenapplaus rührte.”
Jens Daniel Schubert //   Sächsische Zeitung

“In Abwandlung der letzten Worte im »Parsifal« setzt Regisseur und
Bühnenbildner Jürgen R. Weber lieber auf eine „Erlösung von den Erlösern“.
An Stelle von Jugendstil-Ästhetik deutet er auf die Welten der Fantasy und
Martial Arts, auf den allgegenwärtigen Kitsch und Trash unserer Tage.
Während der dreieinhalbstündigen, strichlosen Aufführung wird eine selten
anzutreffende Bilderfülle ausgebreitet, die selbst größere Häuser kaum zu
leisten in der Lage wären.°

K. G. v. Karais  //  Opernglas

“Und wenn das Stück insgesamt ein rechter Quark ist, hat wenigstens die Regie umso mehr Gelegenheit sich zu bewähren und das Ganze irgendwie zu retten. Und das gelingt: Die Rose ein bloßes Dingsymbol, der Liebesgarten eine idealische Sphäre, in der es einerseits von Wesen wimmelt, in die es aber ein Frau Minneleide einfach nicht schaffen will - von der Handlung lohn sich nicht zu reden, aber Jürgen R. Weber weiß etwas damit anzufangen.
Stadtstreicher Januar 2009 // Eske Bockelmann

“Damit balanciert er, (Jürgen R. Weber), souverän zwischen Nacherzählung, opulenter Bebilderung und dezenter Ironie. Zum Verständnis tragen dabei jene witzigen Texteinblendungen bei, die die jeweiligen Szenen nicht nur knapp zusammenfassen, sondern zugleich auch mit einer ironischen Distanz kommentieren.
Online Music Magazin // Joachim Lange

Chemnitz tackled the largely forgotten, largely forgettable Die Rose vom Liebesgarten in a very professional staging.
Playbill Arts // Jens F. Laurson

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Freitag, Dezember 05th, 2008 | Author: Jürgen R. Weber

‚Die Rose vom Liebesgarten’ als Märchen für Erwachsene in der Chemnitzer Oper

Tod eines Hausmeisters

CHEMNITZ – Siegnot wienert noch fix das WC, bevor er der Elfe Minneleide an die Wäsche geht, zwei „Zwölfen“ sitzen daumenlutschend nahebei, das halb zerzauste Moormännlein schaut zu und popelt beschwingt.

Ja, lustig ist das Leben zwischen Unterwelt und Paradies, meint Jürgen R. Weber (Regie, Bühne) und hat aus Hans Pfitzners (1869-1949) Oper „Die Rose vom Liebesgarten“ für Chemnitz ein irres, verspieltes, ironisches, oft witziges und auch sehr langes Fantastical gebastelt.
Die Bewohner des Liebesgartens – ein „Hochsicherheitsparadies“ mit Stahltüren und rabiaten Wächtern – können nach Ablauf der Haltbarkeitsdauer mit viel Dampf und so was wie einem Akku-Ladegerät ihr Leben verlängern, Fremde dürfen nicht rein, regelmäßig wird geputzt. „Schön ist das Leben, es ist so wohlig eingerichtet“, trällert der ordnungsliebende Hausmeister, als er seinen Schrubber abgibt, Krone, Schwert, Ballermann übernimmt und zum Einlasstorwächter Siegnot ernannt wird. Spätestens hier merkt man, dass die Inszenierung Oper, Film, TV, Fantasykrempel und wohl auch Publikum heftig auf die (Garten-)Schippe nimmt. Siegnot ist ein gülden-bewamster Schwarzenegger-Verschnitt von Conan und Terminator mit naiver Schwänzchenmalerei auf den Epauletten.
Humorbereitschaft ist unbedingt erforderlich. Weber lässt die Liebesgärtner durch ein übergroßes WC schlüpfen, mit Gliedmaßen herumschlenkern, um ein naturgetreues Marx-Monument schleichen und von einem Monster mit Scherenhänden drangsalieren. Rechts und links der Bühne sind zum skurrilen Geschehen die bitterbös-drolligen Kommentare des Nachtwunderers zu lesen – zum geplanten Einmarsch in den Liebesgarten: „Wenn  nicht, auch egal. Hauptsache Spaß.“ Es gibt mystisch-schöne Tanzszenen mit Grauweltlern in feinem Anzug, aber mit sehr begrenztem Bewegungsradius, Zwittergöttin, Schatten und Schättin.
Originelles Trillern würzt die schwermütige, stellenweise dramatische Musik Pfitzners, die von der Robert-Schumann-Philharmonie aus der Unterwelt nach oben dringt, dazu ein Großaufgebot aus Chor, Kinderchor, Ballett und Komparserie.
Wie im Leben: Wohlgeformte unbedeckte Frauenbeine lassen Siegnot seine Pflicht vergessen. Es kommt also erst Sex, dann Liebe ins Spiel – und plötzlich ist der geile eitle Hausmeister tot. Einzelne im Publikum warteten zur Premiere am Sonnabend nicht so lange und flüchteten in der Pause, dann aber verhalten-langer Beifall, paar verschämte Protestrufe, Bravos vor allem für Astrid Weber (großartige Minneleide), Erin Caves (ein Siegnot mit Augenzwinkern), Kouta Räsänen (dämonisch-putziger Nachtwunderer) und Dirigent Domonkos Héja. In weiteren Rollen gut drauf in diesem Opern-Comic Tiina Penttinen, Jana Büchner, Andreas Kindschuh, André Riemer. „Alte Rätsel sind gelöst, neue Rätsel tun sich auf“, liest man am Schluss und geht rätselnd, aber feixend davon.

Ch. Hamann-Pönisch

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Freitag, Dezember 05th, 2008 | Author: Jürgen R. Weber

Ach du heilige Kiste!
Chemnitz bringt Hans Pfitzners „Die Rose vom Liebesgarten“ auf die Opernbühne

Was da von Wagner nicht ganz weg und beim Strauss nicht ganz angekommen ist, das klingt im Chemnitzer Opernhaus ausgesprochen gut, und gemeinsam mit einem hervorragenden Sängerensemble wird die Premiere von Hans Pfitzners mächtigem Opus „Die Rose vom Liebesgarten“ zum musikalischen Ereignis, zu dem die Reise auf jeden Fall lohnt. Die scheinbar respektlose Inszenierung sollte man erst sehen, bevor man darüber meckert, sie schadet dem Blickwinkel ebenso wenig wie der Klang der Weite des Gehörs.
1901 in Elberfeld uraufgeführt, drei Jahre später in Wien nachgespielt, von Reger und Mahler gelobt, 1939 von Pfitzner bearbeitet, 1957 noch einmal durch den Dirigenten Robert Heger, ist dem Werk der Erfolg nicht beschieden. Ob die geplanten acht Chemnitzer Aufführungen, Direktübertragung der Premiere bei MDR Figaro und die Sendung der Aufzeichnung am 13. Dezember bei Deutschlandradio Kultur daran etwas ändern können, bleibt abzuwarten.
Der Dirigent Domonkos Héja und die Robert-Schumann-Philharmonie nähern sich der Partitur mit Sensibilität und Sorgfalt. Die rheingoldigen und walkürenhaften Klänge, die vorgeahnten Klagetöne der Färberin aus Richard Strauss’ „Frau ohne Schatten“ sind beispielsweise verflochten in Pfitzners romantischer Poesie, die sich ganz bewusst zurückwendet und möglichen Misstönen oder klingenden Widersprüchen, die dem kosmischen Erlösungsschauerstück durchaus eigen sein könnten, geradezu angstbesessen entsagt.
Da sind in Chemnitz bei Pfitzners Musik, die so ist, wie sie ist, und so ein klingendes Zeitzeugnis an der Schwelle des so unseligen letzten Jahrhunderts darstellt, neben lyrischer Meisterschaft und flirrendem Farbreichtum auch dumpfer, grauer Leerlauf, verklärende Überhöhungen des Banalen zu erleben. Als Meister des Dramatischen erweist sich Pfitzner nicht, und seinem Mystizismus mangelt es an Spiritualität.
Zum Chemnitzer Orchesterglück kommt das des von Mary Adelyn Kauffman bestens vorbereiteten Chores, sichtbar oder unsichtbar, Damen, Herren, alle zusammen mit Kinderchor, das ist verlässliche Qualität mit Maß und Form.
In den beiden Hauptpartien, Siegnot und Minneleide, bieten der Tenor Erin Caves und Sopranistin Astrid Weber Leistungen, deren gesangliche Intensität bei bewunderungswürdiger Schönheit des Klanges schwer zu übertreffen sein dürfte. Das sind Partien von Wagnerschen Dimensionen mit Ausflügen in die hohen Gefilde bei Strauss, liedhafte Zurücknahme ebenso wie der Anflug zu dramatischem Aufbruch, dabei alles von ganz eigenem Ton und Duktus.
War Pfitzner so frei, mit seinem Textmacher James Grun die Erlösungsmär von Licht und Finsternis, von Oben und Unten, von Frühling und Winter, Gut und Böse ohnehin, in ein germanisch, christlich behauchtes mittelmäßiges Märchengefilde mit Mittelalterambiente zu verlegen, so nimmt sich Jürgen R. Weber die Freiheit, in wüstem Stilgemisch Comic-, Cartoon-, Comedy- vor allem Fantasy-Ästhetik zu zitieren. Nutzte der Komponist den Baukasten der Vergangenheit, nutzt der Regisseur auf eigener Bühne den der Gegenwart, um damit einen Blick zurück aus ferner Zukunft zu werfen. Er zwinkert dabei gern und überdeutlich mit den Augen, kalauert in den Projektionen mal mehr und mal weniger geistreich, die links und rechts von der Bühne den Gang der unglaublichsten Dinge kommentieren.
So gilt der Reinlichkeit im „Hochsicherheits-Paradies“ des Vorspiels oberstes Gebot und nur weil der Hausmeister versehentlich die heilige Kiste öffnet, nimmt die Geschichte ihren Lauf samt heiliger Rose, die dem ahnungslosen Werktätigen aus der Brust wächst und ihn in Ermangelung eines anderen zum Frühlingswächter mit nicht ganz unverdächtigem Namen „Siegnot“ macht. Schwer verletzt im Kampf um den Endsieg gegen alle Mutanten, Grauen und Schwarzen, erlöst er sterbend die von den beiden „Zwölfen“ begleitete Elfe Minneleide, die ihrerseits vom grausigen Winterwächter daran gehindert wird, in den paradiesischen Liebesgarten zu gelangen.
Die Reise der seltsamen Akteure vom Liebesgarten in die Unterwelt geht durch ein riesiges Klobecken, führt in eine Basalthöhle, Endlager für Ideologien, rund um den Chemnitzer „Nischel“ und wieder herauf. Wo das alles hinführt, ist nicht immer gleich zu erraten. Und ob hier überhaupt noch was zu retten ist, bleibt unklar wie der lediglich zu ahnende unsichtbare Gesang von der Gnade am Ende des Werkes. Gnadenlos schön klingt die Vertröstung auf ewiges Leben im Liebesgarten.
Webers Inszenierung, choreografisch bildkräftig unterstützt von zwölf Tänzerinnen und Tänzern in der Choreografie von Lode Devos, Sängerinnen und Sängern als so skurrile wie unheimliche Geschöpfe in Sven Bindseils Kostümen aus wacher Fantasie, ist ein so bissiger wie streitbarer Kommentar zum Werk eines Komponisten, der als unbelehrbarer Antisemit nicht zu rehabilitieren ist. Die Inszenierung ist darin besonders gelungen, indem sie das Unvereinbare nebeneinander stellt, den schönen Klang und den schmutzigen Gang der Dinge. Sie ist von feiner Ironie, wenn kraft einer gezielten Ohrfeige, gepaart mit kräftigem hohem Ton der Sopranistin, ein Monster zur Strecke gebracht wird, wenn es zum fadenscheinigen Finale keine roten Rosen regnet, sondern unzählige liebliche kleine, possierlich drehende, tänzelnde Fliegerbömbchen herab flirren. Das hat schon Sprengkraft.

Boris Michael Gruhl
Dresdner Neueste Nachrichten, 5.12.2008

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Freitag, Dezember 05th, 2008 | Author: Jürgen R. Weber

Wer kann sich noch an etwas erinnern??? Schreibt!!!

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Freitag, Dezember 05th, 2008 | Author: Jürgen R. Weber

„Hochinteressante Musik und eine merkwürdige Handlung“
Premiere für Pfitzner-Oper „Die Rose vom Liebesgarten“ – Besucher zeigen sich irritiert bis begeistert

Spektakuläre Bilder, obsessive Gedankenwelten: Am Sonnabend bekamen die Premierengäste von „Die Rose vom Liebesgarten“ von Hans Pfitzner im Opernhaus einen Geschmack davon, wie weit die Fantasie von Regisseur Jürgen R. Weber reicht. Er bot ein ganzes Universum an schrägen Gestalten für die Jugendstil-Oper auf, erzählte das plunderige Märchen in heutigen Bildern.
Der Zuschauer machte die Bekanntschaft von stummen getanzten Rollen mit Schatten, von Zwittergöttern, aber auch der sieben Todsünden in derbster Ausprägung, und eines überdimensionierten Klos als Eingang zur Unterwelt. Launig-freche Kommentare zum Bühnengeschehen im Stile von Loriots „Ring-Fassung“ sollten Einsteiger oder auch frustrierte Bildungsbürger erlösen, die mit dem Bilderreichtum eines Hans Pfitzner nicht sofort etwas anzufangen wussten.
Das Publikum im voll besetzten Haus reagierte nach dreieinhalb Stunden überaus freundlich auf die überbordenden Fantasien, die Robocop-Pantomime sowie auf die Persiflage auf Karl Marx. „Herrlich fantasievoll, sehr einfallsreich inszeniert, traumhaft schöne Kostüme“, sagte Kathi Halama. Thomas Hähnel pflichtete ihr bei. „Man merkt gar nicht, wie die Zeit vergeht“, so Hähnel. Karl-Gerhard Schmidt, Vorsitzender des Theaterfördervereins: „Die Musik ist hochinteressant und für mich neu. Es wird gut musiziert und gesungen. Die Handlung allerdings ist sehr merkwürdig.“ Ihn habe überrascht, wie intelligent der Regisseur mit dem Märchen umgegangen sei. „Weber respektiert und ironisiert es zugleich. Wäre das nicht der Fall, wäre es unerträglich“, fasste er zusammen. Claus Fischer war für den Rundfunksender NDR-Kultur in Chemnitz. „Die Regie ist frech genug, die krude Story nicht ernst zu nehmen. Der Gesang ist sehr in Ordnung, die Choreografie ausgezeichnet.“
Zur Premierenfeier konnte auch Bettina Volksdorf von MDR-Figaro endlich durchatmen. Sie hatte den Abend für das Radio gemeinsam mit Stefan Lang von Deutschlandradio Kultur live moderiert. Hat ihnen die Aufführung gefallen? „Absolut“, so Volksdorf. „Diese Ausgrabung hat sich gelohnt. Vielleicht hat das Werk Längen, jedoch eine ganz eigene, individuelle Sprache.“
Held der Stunde war Domonkos Héja, 1. Kapellmeister der Robert-Schumann-Philharmonie. Er sprang für den erkrankten Generalmusikdirektor Frank Beermann in die Bresche, hatte nur neun Tage Zeit, den schwierigen Pfitzner im Wagner-Format zu studieren. Strahlend, fröhlich und erleichtert resümierte er kurz vor Mitternacht: „Es ist super gelaufen.“

Marianne Schultz, Freie Presse, 01.12.2008

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Freitag, Dezember 05th, 2008 | Author: Jürgen R. Weber

Zauberischer Klang

Das Personal besteht aus Schatten und Schättin, Elfen und Zwölfen, Mutanten und Grauweltlern, einem Winter- und Frühlingswächter, einem zusammengewachsenen Doppelmeister, einer Zwittergöttin, Paradieslingen, einem Nachtwunderer und den beiden Hauptfiguren Siegnot und Minneleide, die im Paradies- und Liebesgarten, in der Grenz- und Unterwelt ihre Kämpfe zu bestehen haben. Eine verhüllte Heilige Kiste spielt dabei ebenso eine zentrale Rolle wie die Titel gebende Rose, die dem Helden Siegnot aus der Brust entwächst. Doch Elfenkönigin Minneleide verschmäht zunächst die magische Blume, wird trotz aufopfernden Kampfes von Siegnot an ihrer Seite in die Unterwelt entführt. Siegnot lässt nicht ab, folgt ihr in das Höhlenreich, wo sie gequält und geschunden wird. Im erneuten Kampf-Getümmel fällt der Held. Minneleide, inzwischen geläutert, schafft es wieder in die Oberwelt, gewinnt in der Trauer um den Verstorbenen neue Kraft, gelangt bis zum paradiesischen Liebesgarten, kann den grausamen Wächter besiegen, doch dieser reißt sie mit in den Tod.

Hans Pfitzners Die Rose vom Liebesgarten ist in ihrer verwunderlichen, ja kruden Geschichte nur aus ihrer Entstehungszeit - Uraufführung 1901 - zu verstehen, in der die Verarbeitung derartiger Märchen- und Sagenstoffe regelrecht en vogue war. Doch der wegen seiner späteren NS-Nähe nicht unumstrittene Komponist wollte mit seiner zweiten Oper doch wohl zu viel auf einmal. Wofür Richard Wagner mit seinem Ring des Nibelungen vier Abende benötigte, versucht Pfitzner in dreieinhalb Stunden zu schaffen: in einem verwirrenden Kosmos aus verschiedensten Märchenelementen eine einigermaßen stringente Handlung zu erzählen. Und Wagner wabert denn auch durch fast jeden Takt des spätromantischen Werks mit seiner Natursymbolik. Wenn Pfitzners Siegnot das Schwert ergreift, klingt es wie eine Parodie auf Wagners Walküren Siegmund, andere Stellen erinnern an Siegfrieds Rheinfahrt oder Hagens Mannen-Chor; Minneleides ergreifender und erschütternder Abschiedsgesang lässt unwillkürlich an Brünnhildens Ende denken. Der zauberische Klang, die romantischen Gefühle oder die dramatisch zwingenden Ausbrüche sind gekonnt eingesetzt - doch Pfitzner war mit seinen 32 Jahren vielleicht doch noch zu sehr im Banne seines großen Vorbildes, ihm zu sehr verhaftet.

Die Oper Chemnitz hat sich in ihrer Reihe der Ausgrabungen selten gespielter Werke dennoch an die Rose vom Liebesgarten gewagt - für Gustav Mahler das großartigste Werk seit der Walküre - und mit der Inszenierung von Jürgen R. Weber ein zumindest sehr unterhaltsames, ja spannendes Stück Musiktheater auf die Bühne gebracht. Seine Regie verzichtet zu Recht auf jegliche ideologische Auseinandersetzung, sondern setzt ganz auf den märchenhaften Stoff, der in ein buntes, bisweilen fast überbordendes Fantasy-Spektakel mündet. Die Geschichte wird zwar durchaus ernst genommen und nicht persifliert, aber doch mit viel Spaß und Augenzwinkern inszeniert. Für den Kern dieses überzeugenden Ansatzes (Weber ist auch sein eigener Bühnenbildner) mag stellvertretend die riesige Kloschüssel stehen, die bühnenbeherrschend den Durchschlupf in die Unterwelt symbolisiert und in der ganz realistisch Siegnot und Minneleide in die Tiefe entschwinden. Die köstlich aufgedonnerten Kostüme mit bizarrem Kopfschmuck (Sven Bindseil) - der Chor in einer Art Lederhosen-Outfit, Minneleide im weiß glitzernden Showfummel mit Sonnenbrille oder Federboa - passen wunderschön in diese Fantasy-Welt. Statt Übertiteln wird auf seitlichen Vorhängen der sonst kaum nachzuvollziehende Handlungsfortgang erzählt und zugleich mit angehängten ironischen Kommentaren aufgebrochen.

Gesungen und getanzt (Felipe Rocha und Ramona Capraro als Schatten und Schättin) wird auf hohem Niveau. Mit Erin Caves als Siegnot steht ein veritabler Heldentenor zur Verfügung, der nicht nur die kraftvollen Ausbrüche beherrscht, sondern auch den gebrochenen Helden glaubhaft zu verkörpern weiß. Auf gleicher Höhe agiert Astrid Weber mit ihrem dramatischen Sopran als zunächst überhebliche, wie später total verzweifelte, erschütterte Minneleide. Kouta Räsänen als Waffenmeister und Nachtwunderer, Andreas Kindschuh als Sangesmeister oder André Riemer als Moormann fügen sich ebenso stimmig in die Inszenierung wie Jana Büchner und Tiina Penttinen als Schwarzhilde und Rotelse. Der Chor hat eindrucksvolle, stimmgewaltige Auftritte. Die Robert-Schumann-Philharmonie unter Leitung von Domonkos Héja lässt den spätromantischen Klangzauber erblühen, ohne im bloß schwülstigen Klangrausch zu baden.

Das Publikum verfolgt die Premiere im vollen Haus mit gespannter Aufmerksamkeit und diskutiert in der Pause vor allem über die Sinnhaftigkeit der daumenlutschenden Minneleide-Assistentinnen. Der ungeteilte, anerkennende Bravo-Beifall gilt den Sängern und Darstellern genauso wie den Musikern im Graben und dem Regieteam.

Axel Göritz

Fotos: Theater Chemnitz
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Freitag, Dezember 05th, 2008 | Author: Jürgen R. Weber

OPERAPOINT 2.12.08 , Dr. Andreas Gerth

Chemnitz, Oper - DIE ROSE VOM LIEBESGARTEN

von Hans Pfitzner (1869-1949), Romantische Oper in zwei Akten, Libretto: James Grun; UA: 9. November 1901, Elberfeld
Regie/Bühnenbild: Jürgen R. Weber, Kostüme: Sven Bindseil, Choreographie: Lode Devos
Dirigent: Domonkos Héja, Robert-Schumann-Philharmonie, Chor und Kinderchor der Oper Chemnitz. Solisten: Erin Caves (Siegnot), Kouta Räsänen (Waffenmeister/Nachtwunderer), Andreas Kindschuh (Sangesmeister), Astrid Weber (Minneleide), Jana Büchner (Schwarzhilde), Tiina Penttinen (Rotelse), André Riemer (Moormann), Alisha Coon & Bert Uyttenhove (Zwittergöttin), Felipe Rocha (Siegnots Schatten), Ramona Capraro (Minneleides Schatten) Besuchte Aufführung: 29. November 2008 (Premiere)

Kurzinhalt
Es ist Frühlingsweihefest und Siegnot wird von der Herrscherin des Liebesgartens zum Wächter des Frühlingstores erwählt. Der Auserwählte soll mit einer Zauberrose den Eingang zum paradiesischen Reich gegen feindliche Mächte schützen. Am Tor Wache haltend begegnen Siegnot zunächst der Moormann und später die Elfenkönigin Minneleide. Siegnot verliebt sich in Minneleide und überreicht ihr als Liebespfand die zauberkräftige Rose. Als er die Geliebte in den Garten führen will, schreckt diese vor der unbekannten Welt zurück. Der Nachtwunderer dringt mit seinem Gefolge aus der Unterwelt hervor, Siegnot wird überwältigt und Minneleide in eine Berghöhle entführt. Siegnot gelangt mit Hilfe des Moormanns schwer verwundet ins Reich des Nachtwunderers, um Minneleide zu befreien. Der dunkle Herrscher will sie nur ziehen lassen, wenn es Minneleide gelänge, die Rose in den Liebesgarten zurück zu bringen. Die Elfenkönigin besteht die Probe nicht und Siegnot kämpft in größter Verzweiflung gegen den Nachtwunderer und seine Untergebenen. Alle sterben bis auf Minneleide. Nun findet Minneleide die Kraft, um zum Liebesgarten zu gelangen. Dort trifft sie am Tor den Winterwächter, der ihr den Weg versperrt. Es kommt zum Kampf, bei dem beide sterben. Der Liebesgarten erstrahlt und die Seelen von Minneleide und Siegnot werden zum ewigen Leben im Liebesgarten erhoben.
Aufführung
Anders als bei der zuletzt in Zürich 1998 gegebenen Aufführung des Werkes spielte man in Chemnitz die ungekürzte Fassung. Zwei Projektionsflächen flankieren die Bühne. Auf ihnen werden durchgängig erläuternde Texte eingeblendet, die die dargestellte Handlung kurz umreißen und durch ironische Anmerkungen des Nachtwunderers würzen. Im Vorspiel ist das Bühnengeschehen von einem durch Panzertüren gesicherten Innenraum bestimmt, der mit fantasy-märchenhaft anmutenden Details gespickt ist. In das bunte Bild fügen sich die Massen der Bewohner dieser Welt ein, die mit insektenartigen, futuristischen Kostümen die Bühne bevölkern. Siegnot ist als Mischung aus Fantasyheld mit übergroßem Schwert und Zauberrosen-Strahlenkanone ein Teil dieser Zauberwelt. Die Bühne des ersten Aktes und auch des Nachspiels wird von einem überdimensionierten Toilettenbecken dominiert, dem Eingang zur Unterwelt des Nachtwunderers. Sie wird von einem Rampenaufgang mit Vorhang zum Liebesgarten und durchbrochenen Seitenwänden flankiert. Die Welt des Nachtwunderers im zweiten Akt zeigt eine graue Basalthöhle, die einer Schaltzentrale gleich mit technischen Elementen versehen ist. Sie wird von übertrieben fetischbeladenen Wesen bevölkert. Der sich im Zentrum der Bühne befindliche Steinkoloß dreht sich im Verlauf der Handlung und erweist sich als Karl-Marx-Kopf. Diese Aktion ist dem Handlungsverständnis wenig dienlich und wirkt, insbesondere ohne weitere erhellende Reflexion in Kostümen oder weiteren Bühnenelementen, völlig deplatziert. Stärker wird die Aufführung wieder im Nachspiel, wenn unter Reduktion symbolträchtiger Elemente der Liebesgarten erstrahlt und die Scheinwerfer den Publikumsraum blendend erhellen.
Sänger und Orchester
Die gesanglichen Leistungen überzeugen bis in die Nebenrollen. Tiina Penttinen (Rotelse) und Jana Büchner (Schwarzhilde) sind hierbei besonders hervorzuheben. Ihr Gesang ist unangestrengt und doch bewegend. André Riemer wird seiner Rolle als Moormann durch angenehm zurückhaltend affektierte Betonung gerecht. Uneingeschränkter Star des Abends war Astrid Weber (Minneleide), die sowohl in den dramatischen Partien des Nachspiels an intensiver Ausdruckskraft gewann, als auch in den lyrischen Abschnitten mit gefühlvoller Bewegung überzeugte. Erin Caves (Siegnot) gelingt ein motiviert mitreißender Balanceakt zwischen heldischer und lyrischer Interpretation, wobei seine lyrischen Stärken in den Partien zusammen mit Astrid Weber voll erblühen. Kouta Räsänen ist in der Rolle des Waffenmeisters solide angelegt und füllt die Partie des Nachtwunderers mit eindringlicher Diktion aus.
Das in sich stimmige Bild der gesanglichen Geschlossenheit in Stärke und Ausdruckskraft des Ensembles wurde durch die Leistung des Orchesters untermauert. Die Robert-Schumann-Philharmonie spielte mit lebendiger Eindringlichkeit, wobei insbesondere die Streicher in sphärischen Abschnitten einen harmonisch tiefendynamischen Eindruck hinterließen. Die Chöre machten zudem in den Chortableaus des Vorspiels eine stimmlich glänzend durchtrainierte Figur.
Fazit
Eine insgesamt gelungene Produktion, die Appetit auf weitere „Ausgrabungen“ der Oper Chemnitz macht.
Dr. Andreas Gerth

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