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Sonntag, November 30th, 2008 | Author: Jürgen R. Weber

Zwerge, Mutanten und Kämpfe

Radio überträgt heute aus der Chemnitzer Oper die Premiere der “Rose vom Liebesgarten” von Hans Pfitzner

Chemnitz. Der Begriff “Kult” fällt in der Musik oft dann, wenn wenige, aber wichtige Menschen ein Werk richtig super finden, der übergroße Rest damit allerdings wenig anfangen kann. Aus dieser Sicht kann man die romantische Oper “Die Rose vom Liebesgarten” durchaus als solchen bezeichnen - neben dem Komponisten Hans Pfitzner (1869 bis 1949) selbst sind zumindest von zwei gewichtigen wie prominenten Zeitgenossen euphorische Reaktionen überliefert. Max Reger soll das spätromantische Stück ein “großartiges, herrliches Werk” genannt haben, und Gustav Mahler stellte es in eine Reihe mit Wagners “Walküre”.

Darüber hinaus kam das Stück seit seiner Entstehung weder bei Kritikern noch beim Publikum besonders gut an - das eigenwillige Libretto des Engländers James Grun stand der schönen Musik im Weg. An dieser “Bruchstelle” will Regisseur Jürgen R. Weber die Oper aufnehmen und von Chemnitz aus zu einem deutschlandweit beachteten Erfolg machen. “Mich haben vor allem die trashigen Elemente gereizt. Es gibt Zwerge, Mutanten und viele Kampfszenen, die man einfach nur aufnehmen muss. Ich nehme den Stoff ernst, setze ihn aber mit viel Spaß um.” Einige der störenden unlogischen Sprünge des Original-Märchens reichert man dabei mit etwas mehr Hintersinn an. Die Hauptfigur Siegnot, ein eigentlich etwas plumper Wagner-Epigon, wird von Weber in eine Anti-Helden-Rolle à la Bilbo Beutlin gesteckt. “Für mich hat das Stück viel angelsächsische Dramatik im Sinne von Shakespeare oder Tarantino. Da gibt es auch meist zwei ganz verschiedene Ebenen, die nur auf den ersten Blick unvereinbar scheinen.”

Wenn Weber das Stück zu einem Fantasy-Spektakel umarbeitet, dann nicht, weil er Pfitzners fragwürdiges Weltbild ignoriert. “Diese Oper eignet sich einfach nicht zur ideologischen Auseinandersetzung.” Der Theater-Regisseur, der sich auch hinter der Kamera der Fernsehserie “Gute Zeiten Schlechte Zeiten” einen Namen gemacht hat, will mit der “Rose” eine ganz eigene Welt mit eigenen Logos schaffen. Nicht als Persiflage, aber mit einem Augenzwinkern, wie er sagt. Dass das funktionieren wird, traut er dem Chemnitzer Publikum zu. Nicht zuletzt, weil er die spätromantische Musik Pfitzners auch als Blaupause für Filmkomponisten wie Jerry Goldsmith sieht. “Meine 80-jährige Mutter kommt zur Premiere ebenso wie meine Kinder, die Teenager sind. Ich will einfach ein Stück für alle auf die Bühne bringen.” Wenn das klappt, sollte Chemnitz in aller Munde sein.

Die Oper im Radio

MDR Figaro überträgt die Premiere der “Rose vom Liebesgarten” heute ab 19.30 Uhr live aus dem Chemnitzer Opernhaus. Der Deutschlandfunk zeichnet den Abend auf und strahlt die Aufführung am 13. Dezember um 19.05 Uhr auf Deutschlandradio Kultur aus.

Von Tim Hofmann

© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG

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Sonntag, November 30th, 2008 | Author: Jürgen R. Weber

Hans Pfitzners ‘Rose vom Liebesgarten’ in Chemnitz

Spektakulär - Gustav Mahlers Lieblingsoper

Kritik von Toni Hildebrandt

Hans Erich Pfitzner

‚Seit der Walküre, erster Akt, ist etwas ähnlich Großartiges nicht geschrieben worden!’, schrieb Gustav Mahler – euphorisch wie selten – in einem Brief an Alma Mahler-Werfel. Das Werk, das Mahler so begeistert hatte, war Hans Pfitzners ‘Rose vom Liebesgarten’, eine romantische Oper, die seitdem in völlige Vergessenheit geraten ist.

Von der Seifenoper zum Musikdrama

Die Chemnitzer Oper hat nun Pfitzners bemerkenswerten Zweiakter neu inszeniert. Für die Produktion wurde dabei kein geringerer als Jürgen Weber gewonnen. Seit Schlingensief – so könnte man Mahler nun paraphrasieren – ‚ist etwas ähnlich Verrücktes nicht inszeniert worden!’ Jürgen R. Weber hat vom medialen Showspektakel bis hin zur absurden Märchenoper seine ganze überschäumende Phantasie ausgepackt und ist dabei keineswegs übers Ziel hinaus geschossen. Dass viele Elemente geradezu kinematographischen Charakter haben, liegt schon in der Natur seines Schöpfers. Denn Weber wandte sich unmittelbar nach seinem Studium bei Götz Friedrich zunächst dem Fernsehen zu und ‚spielleiterte’ dort einige bekannte und weniger bekannte ‚Seifenopern’ (GZSZ, Sturm der Liebe usw.). Doch in seinem bunten Lebenslauf finden sich ebenso unbarmherzige und konsequente Inszenierungen, bei denen er sich als innovativer Theatermacher präsentierte: ‘Die Leiche im Sack’ oder der ‘Der Graf von Luxemburg’ waren beides große Erfolge an ihren Spielstätten in Erfurt und Leipzig. Bei aller Ambivalenz kann man Weber auch bei seinem Chemnitzer Operndebüt wohl eines kaum vorwerfen – und das ist Populismus. Dass sein Pfitzner innovativ und extrovertiert werden sollte, bahnte sich schon im Vorfeld an. So wurde die Entstehung der Opernproduktion mit einem eigenen, äußerst humorvollen Blog im Internet begleitet (www.rosevomliebesgarten.de) und auch die international auserwählte Besetzung versprach bereits eine sehr viel versprechende Aufführung. Webers ‚Fantasy-Oper’ hat diese Versprechen vollends eingehalten und ist nach Mascagnis ‘Iris’ und Nicolais ‘Il Templario’ eine weitere beeindruckende Wiederentdeckung am Chemnitzer Opernhaus.

Von Siegnot und Minneleide

Ein kurzer Blick auf das Namensverzeichnis der Oper genügt bereits und die Synopse mag den Einfluss noch mehr erhellen: Die ‘Rose im Liebesgarten’ ist in erster Linie Abarbeitung an Richard Wagner. Die Handlung ist entsprechend kryptisch und in ihren mythologischen Bezügen nicht leicht zu entschlüsseln. Wie beim ‘Ring des Nibelungen’ steht im Mittelpunkt des Werkes zunächst ein Symbol. Aus der Brust des Helden wächst eine Rose und diese besitzt magische Kräfte. Erst kürzlich hat Francis Ford Coppola die Rose ganz ähnlich mythologisiert. Bei Pfitzner ist sie jedoch nicht der Schlüssel zur Weisheit, sondern zur Liebe und dessen irdischem Garten. Ein langes Vorspiel präsentiert diesen ‚Locus amoenus’“, der als ‚Liebesgarten’ bei Pfitzner eine Art pseudogermanisches Paradies herbeiphantasiert. Bei Weber finden wir uns nicht weniger auf dem Boden der Tatsachen. Seine Zeitreise führt in eine Fantasy-Welt, die in einer Art Cyber-Space von Mutanten, Freaks und Außerirdischen bevölkert wird. Einige der zahlreichen absurden Szenarien mögen von Adventures oder Computerspielen inspiriert worden sein. Verwandlung ist dabei von Beginn an Trumpf und Pfitzners Oper lebt, wie Webers Inszenierung von den vielen Metamorphosen und verrückten Gestalten. So ist vom eigentlichen Liebesgarten nicht mehr viel übrig.

Dennoch erscheint nun hier die Sternenjungfrau, von Weber als ‚Zwittergöttin’ zur vierarmigen Medusa verdoppelt, und weiht ihren Helden Siegnot mit der Rose zum heiligen Hüter des Frühlingstors. Allein durch dieses Tor gelangt man in den Liebesgarten. Doch – wer hätte es gedacht? – Siegnot muss sich erst noch in die Elfenkönigin Minneleide verlieben. Ihr schenkt er mit der Liebe nun auch seine Rose und gibt damit sein Schicksal aus der Hand. Als Minneleide vom Licht geblendet aus dem Liebesgarten in den Wald flieht, gerät sie in die Fänge des Nachtwunderers, der mit seinem Gefolge das dunkle Gehölz bewohnt. Ein Moormann erinnert Siegnot jedoch beharrlich an seine ‚Not zu Siegen’ und gemeinsam dringen nun auch sie in die Unterwelt um Minneleide zu befreien. Als dies misslingt und Siegnot brutal zusammengeschlagen wird, kommt es zum teuflischen Pakt. Allein wenn es Minneleide gelinge, ins Licht des Liebesgartens zurück zu kehren um dort die Rose zu hinterlassen, kommt sie samt ihrem Geliebten frei. Andernfalls muss Siegnot sterben. Doch auch diesmal versagt Minneleide. Mit letzter Kraft gelingt Siegnot in einem finalen Kampf die Befreiung, die ihn allerdings selbst mit in den Tod reist. Erst jetzt erkennt Minneleide die Liebe Siegnots und schöpft daraus eine letzte entscheidende Kraft. Sie kehrt zurück zum Wintertor des Liebesgartens und besiegt den grausamen Winterwächter, doch auch sie wird dabei mit in den Tod gerissen. Unerwartet (oder erwartet) erklingen nun aus der Ferne Stimmen der Gnade. Die Seelen von Siegnot und Minneleide erheben sich zu ewigem Leben im Liebesgarten.

Zwischen Mythos und Trash

Bereits die zeitgenössische Kritik erkannte, dass das Libretto von James Grun – einem Jugendfreund von Hans Pfitzner – keineswegs dem Niveau der Musik entsprach und an manchen Stellen arg zu wünschen übrig ließ. Das mythische Pathos und die märchenhafte Grundstimmung gehen an keiner Stelle über den Parsifal hinaus. An vielen Stellen bleibt Pfitzner weit hinter der Dramaturgie Wagners zurück. Und doch ist es Jürgen R. Weber durchweg gelungen, die Personenkonstellationen interessant zu gestalten und eine klare Stringenz der Handlung heraus zu arbeiten. Äußerst belebend wirken die spektakulären Bühnen und die originellen Kostüme. Von der Jugendstil-Ästhetik und dem lyrischen Pantheismus eines Hans Thoma, der Pfitzners Werk zum Vorbild dienen konnte, ist dabei nicht mehr viel übrig geblieben. Stattdessen setzt Weber auf überschäumende Fantasy, Sadomasochismus, Martial Arts und Kitsch. Man assoziiert Schlingensief, den späten Pasolini oder Jonathan Meese, denkt an Trash und Walt Disney oder an das, was heute vielleicht der Funktion der Oper am nächsten kommt, ans Kino ‚made in Hollywood’ – am ehesten irgendwo zwischen Tarantinos ‘Kill Bill’ und dem surrealen Lynch. Und doch funktioniert Webers unkonventionelle Inszenierung, vielleicht gerade aufgrund all ihrer Absurdität, gerade so erstaunlich gut. Schließlich war Pfitzners Oper bereits zur Entstehungszeit (1901) ein genauso verqueres Machwerk, das vom Jugendstil-Mythos bis zu einer nicht mehr genau definierbaren Religiosität alles in einen Topf warf, was die spätromantische Phantasie eines Wagner-Epigonen erlaubte.

Von den vielen gelungenen und ungewöhnlichen Ideen Webers einige herauszuheben fällt schwer. Äußerst gelungen sind sicherlich die Kommentare, welche jeweils links und rechts vom Bühnengeschehen erscheinen, und mit viel Ironie und Witz, zwar eigentlich die Oper ad absurdum führen, aber ihr im selben Atemzug eine neue, humorvolle Dimension eröffnen. Außerdem erleichtern diese Texte das Verständnis der Handlung und sorgen wie im Comic für kurzweilige Komik. Pfitzner – wer hätte das vorher gedacht? – kann durchaus auch unterhaltsam und witzig interpretiert werden. Das weiß man nun seit der Inszenierung von Jürgen R. Weber. Auch muss man die vielen innovativen Einfälle Webers allein schon deswegen loben, weil es nur so gelingt, eine Spannung und einen hohen Abwechslungsreichtum aufrecht zu halten, den die Oper im Prinzip nicht hergibt. Pfitzners Oper ist zwar durchweg gut komponiert, aber sie hat eindeutig Längen und ihr fehlt es an musikalischen Höhepunkten. Auf was Mahler in seinem überschäumenden Lob wohl abhob, war die bisweilen großartige Instrumentierungskunst Pfitzners, die von der Robert-Schumann-Philharmonie auch sehr ansprechend und gewohnt ausdifferenziert dargestellt wurde. Domonkos Héja, der kurzfristig für den erkrankten GMD Frank Beermann einspringen musste, merkt man die Vertrautheit mit der Partitur an, wenngleich natürlich die nötigen Vergleichsbeispiele fehlen, um ein differenzierteres Urteil über die Interpretation zu fällen. Neben dem äußerst überzeugenden Chor, ist das Gesangsensemble in den entscheidenden Rollen erstklassig besetzt. Erin Caves singt einen hervorragenden Siegnot. Stimmlich sicher und flexibel im Timbre überzeugt er besonders in den lyrischen Momenten und beweist sich einmal mehr als einer der ganz großen Heldentenöre im deutschen Raum. Seine Partnerin Astrid Weber überzeugt nicht weniger durch ihre intensive, ausdruckstarke und kraftgeladene Interpretation der Minneleide. Gesanglich enttäuschend ist eigentlich nur der Part des Nachtwunderers. Den finnischen Bass Kouta Räsänen mangelt es an Klarheit in der Artikulation und Diktion, über die sein Schauspiel nur unbefriedigend hinwegtäuschen kann. Der mit Sicherheit beste strategische Einfall Webers war die Integration des Balletts in die Oper Pfitzners. Unter der choreographischen Leitung von Lode Devos werden die stummen Rollen des Schattens (Felipe Rocha), der Schättin (Ramona Capraro) und der Zwittergöttin (Alisha Coon/Bert Uyttenhove) so zum einen vom restlichen Personal subtil abgehoben und sorgten zum anderen an vielen Stellen für eine, die Oper belebende, neue Dimension. Der meiste Applaus ging am Ende dann auch bezeichnenderweise nicht an die Sänger, sondern mit Felipe Rocha und Ramona Capraro an die besten Tänzer des Abends.

Hans Pfitzner heute?

Wenn man Pfitzners spätromantische Musik in der ‘Rose vom Liebesgarten’ hört und der Stringenz seiner kompositorischen Architektur folgt, kann man sich eigentlich nur wundern, dass dieses ‚seltsame Meisterwerk’ bis heute so wenig Beachtung gefunden hat. Sicher ist Pfitzner aufgrund seiner biographischen Verwicklungen in der NS-Zeit noch immer ein schwieriger Fall und keineswegs ein Publikumsliebling. Die kürzliche Kontroverse zwischen Ingo Metzmacher und dem Zentralrat der Juden hat dies deutlich gezeigt. An Fingerspitzengefühl sollte es nach wie vor nicht fehlen, wenn man Pfitzner auf die Bühne bringt. Dennoch sind gerade seine frühen, spätromantischen Werke schlichtweg zu gut komponiert, wenngleich Pfitzner nur an seltenen Stellen entscheidend über den Materialstand bei Wagner hinausgeht. Allein den Respekt den Pfitzners ‘Palestrina’ seit langem im internationalen Repertoire genießt, könnte durchaus auch der ‘Rose vom Liebesgarten’ zukommen – eine Oper, die im übrigen heute in keiner einzigen CD- oder Platteneinspielung verfügbar ist.

Eines kann man deswegen gewiss in Chemnitz lernen: ein bisschen weniger Strauss & Wagner, und dafür etwas mehr von Hans Pfitzner, Richard Wetz und von all den anderen längst vergessenen Opernkomponisten der Spätromantik würde doch sehr viel mehr Abwechslung in die Spielpläne der Opernhäuser bringen. Das Chemnitzer Publikum war jedenfalls ebenso positiv überrascht, wie begeistert.

(Die Produktion wird beim Klassiklabel cpo auf CD erscheinen.)

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Sonntag, November 30th, 2008 | Author: Jürgen R. Weber

Bitte hier im Kommentarteil Premiereneindrücke niederschreiben. Lob und Tadel. Fragen, Anregungen. Alles. Vielen Dank.

Samstag, November 29th, 2008 | Author: Jürgen R. Weber

Ich sitze gerade im Cafe Moskau gegenüber der Oper. Heute morgen hatten wir letzte Korrekturproben mit Komparsen und Ballett.  Gestern abend war unsere letzte Promoaktion: Diesmal bei den Chemcats. (Das ist das hiesige Damenbasketball Team, bei dem besonders Mrs. Keith beeindruckte). Letzte Anweisungen wurden gegeben und technische Details geklärt. Jetzt heißt es abwarten und die Premiere anschauen. Ich bin sehr gespannt. Dies ist das Ende vom Probentagebuch. Ich hoffe es hat etwas Einblick verschafft und auch ab und zu unterhalten. Ich verabschiede mich hier von allen Lesern und hoffe, dass alle die in die Vorstellungen gehen, hier ihre Kommentare und Kritikpunkte und evtl. auch das Lob reinschreiben. Auf Wiedersehn!!!!

P.S. Wir werden sicher in den nächsten TAgen noch Fotos und Kritiken etc. in den Blog stellen. Also schaut ab und zu noch mal rein… By

Freitag, November 28th, 2008 | Author: Jürgen R. Weber

Heute war die Generalprobe! Zuerst die gute Nachricht: Alles ist durchgelaufen, es gab keine ungeplanten Unterbrechungen, keine Verletzten und die Umbauten haben alle in der Zeit funktioniert. der 2. Akt hat einen Riesensprung gemacht. Wir hatten noch einmal mit den Komparsen geprobt und einige Veränderungen vorgenommen, was den Mutantenszenen sehr gut getan hat. Dank hier nochmal an Lode und Monika Straube für ihren Einsatz. wir werden allerdings heute und morgen noch ein paar Korrekturproben abhalten, sodass dieses Probentagebuch erst am Samstag beendet werden wird. Es gab schon einige positve Kommentare von Nichtmitwirkenden, was mich freut. Mal sehen was morgen die Leute sagen. Ich habe für mich gemerkt, dass ich es mag, wenn nicht alles nach Plan läuft und es immer neue kleine Überraschungen gibt. Gestern war das die “Robocop”-Pantomime von unserem Chorbass Tamas… heute werden noch mit dem Winterwächter arbeiten und dann beim CHEMCATS Spiel etwas Werbung für die Premiere machen. Morgen gbt es dann die letzten Ballett und Komparsenproben… mal sehen…

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Donnerstag, November 27th, 2008 | Author: Jürgen R. Weber

Am Freitag , den 28.11.2008 um 19:00 Uhr spielten in der Schloßteichhalle die ChemCats - gegen die Eisvögel Freiburg. In der Pause konnte man  2 mal 2 Premierenkarten für DIE ROSE VOM LIEBESGARTEN gewinnen!!! Die Fragen waren:

Mozart komponierte a) Die Zauberposaune

b) Die Zaubertrommel

c) Die Zauberflöte

Die zweite Frage war: Welcher britische Tenor macht singend Werbung für die Telekom?

Hätten Sie’s gewusst?

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Mittwoch, November 26th, 2008 | Author: Jürgen R. Weber

Ich saß mit Richard Tauber Senior, der damals Intendant beim städtischen Theater war, Frederic dem “Ausrutscher”, wie wir ihn nannten, weil er der illegitime Sohn von Karl Marx und seiner Haushälterin Helene Dehmut war, Frederic Delius, der an seiner Nietzsche Messe arbeitete, und noch einigen anderen in einem gediegenen Etablissement auf dem Schlossberg, als Hans Pfitzner düsteren Schrittes das Lokal betrat und sich mit einem profunden Seufzer zu uns setzte. Ohne uns zu begrüßen, wie aus dem Nichts begann er uns einen Traum zu erzählen.
“Als Joseph und Maria auf ihrer Flucht nach Ägypten durch Sachsen zogen verweilten sie an einem gar lieblichen Orte um dem Jesuskinde Rast und dem Esel Ruh zu gönnen. Oder umgekehrt. Jedenfalls näherte sich bald der Teufel in Gestalt eines Bettlers und bat ziemlich aufdringlich um ein Almosen. Maria, die sehr wohl wusste, dass er nur auf ihre Seelen aus war, antwortete in breitestem Sächsisch: “Wir Geb’n nix!” Und daraus wurde dann, nachdem die heilige Familie wieder auf und davon war: Chemnitz”.
Eigentlich lachte nur Max Reger, der mal wieder betrunken unterm Tisch lag, laut auf. Wir anderen flüchteten uns in ein höfliches Schmunzeln. Pfitzner holte nun ein Stückel Notenpapier aus seinem Knappsack heraus und begann mit dem Ausdruck tiefsten Leidens einige halbe Pausen in ein System zu zeichnen.
“Wenn dir’s Komponieren so schwer fällt, warum lässt du’s dann nicht einfach, du Sackgesicht?”. Das kam vom betüdelten Max Reger unter dem Tisch, der nur Richard Strauss paraphrasierte, denn eigentlich mochte er Pfitzners Musik recht gerne.

(Pfitzners Humor war so eine Sache. Was bei Richard Strauss erdig und charmant war, wirkte bei Pfitzner eher peinlich und verkrampft. Später kalauerte er z.B. bei einem Abendessen mit dem Führer der Hitlerjugend Baldur von Schirach, als dieser um eine Komposition für seine “Jungs” bat: “Was darf’s denn sein?: Eine Pimpfonie in Bal-Dur?”.  Irgendwie witzig. Aber die Tatsache, dass Pfitzner ohne jede Scheu mit allen möglichen Naziärschen verkehrte, minderte den Unterhaltungswert ungemein.)

Während also der Reger Max vor sich hin gluckste, reagierte Pfitzner nicht, sondern malte seine Pausen nur noch intensiver in das Notensystem. Ich bemerkte einige Krümel in seinem Oberlippenbart und auch schien mir ein nicht unbedingt lieblicher Duft aus seiner Richtung zu strömen. Pfitzners hygienischer Zustand war es ja gewesen, der es verhindert hatte, dass er Alma Mahler in Wien flach gelegt hatte, (oder mit ihr “verschmolzen war”, wie er seinen Plan ihr gegenüber formuliert hatte).
Während Pfitzner nun mit seinen, durch eine enorme Brille absurd verzerrten Augen auf seine Pausen starrte, schwärmte Frederic Delius den Marxsohn Frederic mit großen Augen an, was diesen einigermaßen verwirrte. Nicht dass er einer kleinen Rammelei abgeneigt gewesen wäre. Er traute sich bloß nicht. Illegitim und schwul, das hätte ihm die sozialistische Internationale nie verziehen.

Pfitzner hatte anscheinend von uns unbemerkt schon beim Eintreten eine große Bratwurst bestellt, die jetzt von einer kleinen, drallen Sächsin, mit merkwürdig gefärbten Haaren, aufgetischt wurde. Was jetzt kommen würde, kannten wir schon aus den Erzählungen von Fritz Busch. Pfitzner betrachtete leidend Wurst, ließ sie dann zurückgehen, weil sie angeblich “nicht gut” war, bestellte dann etwas anderes, aß etwas Drittes und kotzte zu guten Letzt alles wieder aus. Auch diesmal wollte er die Wurst zurückgehen lassen.  Aber bevor die breithüftige Bedienung den Teller nehmen konnte, griff sich Delius die Wurst, biss ab und verkündete, dass sie hervorragend sei.
“Du englische Schwuchtel!”, schrie Pfitzner, “Nimm deine unegalen Griffel von meiner Wurst!” Aber zu spät! Delius hatte noch einmal von der Wurst abgebissen und kaute genüsslich. Während Pfitzner wie ein wild gewordener Zwerg um ihn herum tanzte, warf Delius die Wurst zu Marx’ Sohn der sie begeistert fing und auch ein Stückchen abbiss. So ging das eine Weile bis die Wurst vollständig verschwunden war. “Ich hau dir die Fresse breit, du Opfer!”, schrie Pfitzner nun im Falsett, “Ich mach dich Friedhof”. Delius antwortete nicht minder bescheuert, “Deine Mutter ist ein Opfer!”, was nicht viel Sinn machte, aber den unter dem Tisch schnaufenden Max Reger ungemein erheiterte. Pfitzner hatte im Eifer des Gefechts seine Brille verloren, ohne die er so gut wie nichts sah und stürzte sich mit den Worten “Das eigentliche Problem sind die Juden!” auf Delius. Der duckte sich weg und Pfitzners Faust näherte sich Richard Tauber Senior, der bei Pfitzners letzten Worten ernst aufgestanden war. Er blockt dessen Angriff  und verpasste ihm einen linken Haken, der sich gewaschen hatte. WOSCH!!! Pfitzner segelte durch die Luft und landete beim immer noch total beduselten Max Reger unterm Tisch. Der lallte ihm nur wissend ins Ohr: “Nicht die Juden, Hans, die Arschlöcher…”

Bei dieser munteren Schlägerei waren einige Tropfen von Pfitzners Blut auf das Notenpapier gespritzt. Pfitzner erkannte später, dass diese dunkelroten Sprenkel vier astreine Dreiklänge waren. Er übernahm das Motiv dann als Rosenmotiv in seine Oper DIE ROSE VOM LIEBESGARTEN. Tatsächlich fanden sich in dem Machwerk ein paar wirklich gelungene Stellen, die Richard Strauss auch flugs für seinen ROSENKAVALIER stahl.

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Mittwoch, November 26th, 2008 | Author: Jürgen R. Weber

Moin moin! Ich sitze gerade mit einem etwas schweren Kopf in der Kantine und lese zwei positve  Kommentare. Das ist schön. Die Probe gestern (also am Dienstag) war gar nicht schlecht. Viele Probleme lösen sich wie von selbst. Aber es gibt immer noch Einiges zu tun. Unser Bühnenbildberater aus Erfurt, Hank Irwin Kittel, war da und hat noch Einiges zu recht angemerkt. Norbert und ich sind dabei den Bildern den letzten Schliff zu geben. Mehr fällt mir jetzt nicht ein…

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Dienstag, November 25th, 2008 | Author: Jürgen R. Weber

Heute war eine sogenannte “lange Hauptprobe” mit allem. Die neuen Projektionen funktionieren gut und auch vieles andere wird immer runder. Frustrierend war, dass wir im 2. Akt einen Sprung machen mussten und im Nachspiel nicht bis zum Ende kamen. Um punkt 23 Uhr mussten wir aufhören, was mir nicht klar war. Hier gab es anscheinend grobe Fehler in der Probenbesprechung und Planung der Probe. Ich habe Angst, dass diese Dinge zu Sicherheitsproblemen führen werden. Wenn wir morgen nicht durchkommen, wird unsere Generalprobe wohl eher eine Arbeitsprobe und die Premiere eher eine Generalprobe werden. Das ist sehr Schade. Oder wie jemand nach der unvollständigen Probe sagte: “Vive l’art”…

Ich weiß, dass die Situation für alle Abteilungen, (Kostüm, Lichttechnik, Orchester, KBB etc.), nicht einfach ist. Das liegt wohl teiweise am Dirigentenwechsel, teilweise auch an meiner Unerfahrenheit, was die Porbenabläufe betrifft. Ich hoffe, dass wir trotz alledem eine sichere, spannende Premiere erleben werden…

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Sonntag, November 23rd, 2008 | Author: Jürgen R. Weber

Ein trauriger und ein toller Tag. Traurig, weil Frank Beermann endgültig aus Gesundheitsgründen abgesagt hat. Toll weil Domonkos Héja eingesprungen ist und ich bei den Bühnen / Orchesterproben merke, dass Pfitzner auf jeden Fall ein Orchester braucht. Toll ist auch, dass ich während der Probe viel arbeiten kann. D.h. da viele kleine Stücke wiederholt werden, bringe ich die Änderungen, die ich mir gestern ausgedacht habe. besonders im Vorspiel und im 2. Akt versuche ich zu ändern. Wir werden auch eine Art Übertitel benutzen
DIE NACHTSCHICHT VORGESCHMACK  hat ziemlich Spaß gemacht. So ein Libretto mit einer Schauspielerin, (die einzigartige Ulrike Euen), zu lesen, ist schon was Feines. Thomas Griebow hat uns wunderbar am Klavier unterstützt.
Am Samstag war dann, nach der BO am Nachmittag die PR Veranstaltung im Cinestar, die auch Spaß gemacht hat. (Fotos werden später folgen).  Die Proben sind teilweise ganz schön nervenaufreibend, da ich versuche jede Sekunde auszunutzen um noch Verbesserungen anzubringen. Das hat auch dazu geführt, dass ich nicht mehr ganz so gelassen bin. Es gab zwei mal Zusammenstöße mit Mitarbeitern, die, wie ich glaube, für alle Beteiliten unschön waren. Ich hoffe, dass sich das wieder legt. Ich merke, dass ich ein echter Harmoniemensch bin. Am Sonntag habe ich mit dem wunderbaren Matthias Vogel und Holger vom Licht an den Kommentar-Dias gearbeitet. Später werde ich noch etwas für’s Programmheft schreiben und malen und mir ein paar interessante Sachen für die morgigen Proben ausdenken…

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Sonntag, November 23rd, 2008 | Author: Jürgen R. Weber

Hier einige Fotos unserer Aktion im Cinestar:

Nach unserer lustigen Aktion im Chinestar gibt es schon die ersten Gewinner:

1 x 2 Freikarten für die CineLady: Women, am 26. 11. 08, 19.45 Uhr im CineStar Luxor hat Bodo Liebing gewonnen
und
1x 2 Freikarten für die CineLady: Women, am 26. 11. 08, 19.45 Uhr im CineStar Luxor hat Claudia Funke gewonnen.

Herzlichen Glückwunsch vom Cinestar und der Oper Chemnitz.

Die Gewinner der anderen Preise, (weitere Kinokarten, Premierenkarten für die ROSE VOM LIEBESGARTEN, Schauspielkarten etc.), werden am Mittwoch dem 26.11. in der Pause der WEST SIDE STORY ermittelt. KOMMT ALLE!!!

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Freitag, November 21st, 2008 | Author: Jürgen R. Weber

Buß und Bettag. Feiertag hier. Ich büße für die Dinge, die gestern auf der Bühne nicht geklappt haben und bete, dass ich noch ein paar Einfälle habe. Mal sehen.

Donnerstag, November 20th, 2008 | Author: Jürgen R. Weber

Es hat uns allen viel Spaß gemacht. Besonders Andy Beuermann und ich im DOPPELMEISTER Kostüm waren ein Herz und eine Seele. Schlimm war nur das Gewicht der heiligen Kanone, die ich die ganze Zeit halten musste. (Armer Erin) . Danke an den Cinestar und besonders HAgen. Danke auch an unser PR Team: Mario, Lars, Alex, Dimitri, Bianca, Undine und natürlich Monika Straube.

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Donnerstag, November 20th, 2008 | Author: Jürgen R. Weber

„Die Rose vom Liebesgarten“ frisch und modern

Astrid Weber singt in Chemnitz die Partie der Elfe Minneleide

von Marianne Schultz

Einen Ansturm gab es gestern zum Opernfrühstück im Rangfoyer des Opernhauses. Die musikalische Einführung zur bevorstehenden Premiere „Die Rose vom Liebesgarten“ wurde geboten, und der Andrang war so groß, dass ein Teil der Besucher nur noch Stehplätze bekam.

Gast des Vormittags war Opernsängerin Astrid Weber. Die Sopranistin hat sich in der Maske für die Inszenierung selbst kaum wiedererkannt. So sieht sie aus wie Marilyn Monroe, wenn sie eine der vielen Verwandlungen als „Minneleide“ in „Die Rose vom Liebesgarten“ durchmacht. Das Werk von Hans Pfitzner wird äußerst selten aufgeführt. Gestern stellte Dramaturg Andreas Beuermann die Neuproduktion vor.

Astrid Weber hat in Chemnitz prächtige Charaktere geformt, die Geschichte am Haus geschrieben haben. Sie sang die Chrysothemis in „Elektra“ und die Marschallin im „Rosenkavalier“. Sie wurde als Sieglinde in „Walküre“ und Senta im „Fliegenden Holländer“ umjubelt.

Diesmal steht sie vor einer nicht leichten Aufgabe. „Man hört Wagner, man hört Richard Strauss aus Pfitzners Werk. Viele Leute werden sich fragen: Warum dann Pfitzner? Warum nicht gleich die Originale?“, zumal Pfitzner aufgrund seiner deutschnationalen Äußerungen umstritten ist. Doch die Musik ist prächtig und ähnlich fordernd wie die einer Sieglinde – und außergewöhnlich schön. Ihr gehe das Herz auf-

Rosen wird man hingegen auf der Bühne kaum finden, obwohl Weber Rosen in jeder Form liebt –als Blumen, als Servietten, als Shampoo oder Lotion. Auf der Bühne hinterlässt Regisseur Jürgen R. Weber (nicht verwandt mit Astrid Weber) seine Handschrift. Es wird keinen altbackenen Jugendstil-Schinken geben, sondern einen frischen, modernen Umgang mit dem Stück. Astrid Weber: „Nix da von Walle, walle und Rheintöchter-Romantik.“ Modernes Theater mit Fantasy-Bildern wird geschaffen, das Stück aber nicht beschädigt. Astrid Weber singt die Partie der Minneleide, einer Elfe, die seit 1000 Jahren lebt und den Jungbrunnen gefunden hat. „Minneleide wandelt sich wie ein Chamäleon, ist erotisch und kindlich, naiv und berechnend, ehrlich, stark und emanzipiert, und dabei liebend und schutzbedürftig.“

Premiere: 29. November, 19.30 Uhr, Oper.

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Mittwoch, November 19th, 2008 | Author: Jürgen R. Weber

Ein langer Tag beginnt mit vielen kleinen Besprechungen, die meistens eher um die Werbung für die Inszenierung kreisen. Unsere Aktionen am Donnerstag im EXIL und am Samstag im CINESTAR am roten Turm werden geplant. Dann proben wir mit Ramona und Felipe im Ballettsaal den Schluss des Nachspiels und verschiedene Soli von Felipe im Vorspiel.
18 Uhr. Erste Komplettprobe mit Maske, Kostüm und Licht. Mir schlottern innerlich die Knie (geht’s das?). Das Vorspiel zum Vorspiel ist gut. Dann der Rest seinen langen Gang. Ich sehe sehr deutlich, dass abgesehen von den Sachen, die daneben gegangen sind, die Länge und die fehlende dramatische Struktur immer noch ein Problem sind. Zum ersten Mal proben wir das Frühlingswunder. Verschlauchungschaos total. Das Ende ist auch noch ziemlich wackelig. Ich habe das Gefühl Lode und ich müssen da noch Einiges richten.
Intermezzo: Naja… Aber Ramona sieht als Schättin toll aus und beide  Schattenkostüme sind ein Traum. Sven Bindseil und die ganze Kostümwerkstatt haben verdammt gute Arbeit geleistet.
1. Akt. Das ist teilweise wie Magie. Tanz, Gesang und Handlung gehen toll zusammen. Die Keilerei am Ende muss eindeutig noch ein paar Mal geprobt werden.
Pause. Ich liebe Pausen.
2. Akt Das Licht ist zu hell, die Bühnenwagen wackeln, Die Komparsen, zum ersten Mal in ihren Kostümen spielen zu wenig und sind optisch zu dominant. Das Kamehame Ha muss noch neu konzipiert werden.
Intermezzo OK … Dann das Nachspiel. Schön… merkwürdig… Aber spannend… Astrid mit ihren hohen Noten auf dem Rücken des Winterwächters herrlich. Um 23 Uhr ist alles vorbei: Sehr viele Eindrücke:Jetzt wird sich zeigen, was ich noch ändern, verbessern oder genauer machen kann.

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Dienstag, November 18th, 2008 | Author: Jürgen R. Weber

Ab 12 Probe im Ballettsaal. Zunächst mit Erin, Astrid, Ramona und Felipe. Dann später nur mit Felipe und Ramona. Man spürt immer mehr die Anspannung da der Premierentermin immer näher rückt. Immer wieder geht es um das Gleichgewicht von Tanz, Gesang und Handlung. Das Ganze als Traumspiel mit verschiedenen Bedeutungs- und Handlungsblasen die durch Membrane verbunden sind. Ich sehe den Schmerz und die Anstrengung auf den Gesichtern der Tänzer. Anders als bei Sängern, wo sich der Weg zur Kunst eher in Konzentration und Reflexion zeigt, ist es bei den Tänzern mehr wie das Darbringen des eigenen Körpers als Opfer. Das ist beeindruckend aber auch etwas Angst einflößend. In der Kantine habe ich dann mit dem genesenden GMD Frank Beermann über den Übergang vom Vorspiel zum ersten Akt gesprochen. Wir haben, glaube ich, eine gute Lösung für die Bühnenmusik gefunden und Frank strahlt Ruhe und Zuversicht aus. Selbst in dem Rahmen von Pfitzners spätromantischer Monumentalität gibt es Raum für kontrollierte Improvisation auf allen Ebenen. Das ist gut.
Um 15 Uhr sind wir im Cinestar am roten Turm um eine Werbeaktion für die ROSE zu planen, die am Samstag den 22. November zwischen 18 und 20 Uhr dort stattfinden wird. Kinobesucher, die in James Bond oder Hellboy gehen wollen, können Freikarten gewinnen und 3 unserer Charaktere, (Winterwächter, Wollust und Hochmut), von Nahem bewundern.
Abends dann Nachspiel mit Heiko, unserem Einbeinigen, dem Winterwächter, Minneleide, Schatten und Schättin. Eine Passage, das Ende des 2. Aktes bei geschlossenem Vorhang, proben wir zum ersten mal. Astrid improvisiert großartig. Danach Umbau zum 2. Akt. Und Probe mit allen, (außer Geronimo, einem der Tänzer, der krank ist und dessen Part bei der Probe von Lode gespielt wird). Es geht erstaunlich gut durch. Einmal  jedoch verschlägt es mir den Atem als Kouta, unser Nachtwunderer, fast von unserem Eisenschandkäfig erschlagen wird. Wahrscheinlich sah es gefährlicher aus als es war. Aber allein die Möglichkeit von solchen Unfällen macht mich nervös. Manchmal habe ich das Gefühl, dass die Sänger, Tänzer und Komparsen von mir in ein von tödlichen Fallen durchsetztes Gebiet geschickt werden, während ich gemütlich auf meinem Regiestuhl sitze. Kein gutes Gefühl. Morgen dann der erste Gesamtdurchlauf mit Allem. Das wird aufregend. Wir werden viele Kostüme zum ersten Mal sehen.

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Sonntag, November 16th, 2008 | Author: Jürgen R. Weber

NACHTSCHICHT vorgeschmack
Die Produktionsteams geben Einblick in die neuen Inszenierungen. Eintritt frei.

Do, 20.11., 22 Uhr, Die Rose vom Liebesgarten
Extra! Zum ersten Mal präsentiert die Oper im Rahmen des NACHTSCHICHT eine
kommende Premiere (am 29.11.). Mit dabei: Regisseur Jürgen R. Weber,
Dramaturg Andreas Beuermann, Sänger und Musiker der Produktion - und aus
dem Schauspiel-Ensemble Ulrike Euen

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Sonntag, November 16th, 2008 | Author: Jürgen R. Weber
“Die Rose vom Liebesgarten”

CHEMNITZ - „Gestern bin ich im ,Weltecho‘ eher zufällig in einen Poetryslam geraten. Als Hutfee kam ich auf die Bühne und machte natürlich Werbung für die Rose. Danach wurde ich von einigen jüngeren Chemnitzern angesprochen. Das lässt mich hoffen…“

Das sind (leicht gerafft) ganz neue Töne aus dem Chemnitzer Opernhaus. Unter www.theater-chemnitz.de und www.rose vomliebesgarten.de kann man so ziemlich alles über die Wiederentdeckung der lange vergessenen Oper „Die Rose vom Liebesgarten“ erfahren. Denn im Internet wird Probentagebuch geführt.

Der Schreiber ist Regisseur Jürgen R. Weber (45), der auch das Bühnenbild für den Zwei-Akter mit Vor- und Nachspiel entworfen hat. Der gebürtige Hamburger liebt den Dialog mit dem Publikum - und zwar nicht erst nach der Show, sondern möglichst schon vorher. Für den 20. November sollte man sich deshalb schon mal eine Extra-Opern-Nachtschicht im Schauspielhaus vormerken.

Wenn Weber in Chemnitz unterwegs ist, teilt er auch gerne mal seine selbst entworfenen Liebesgarten-Werbekärtchen aus, zum Beispiel an die Skater vom Marx-Monument: „Das Kunstwerk löst Emotionen aus.“ Deshalb wird ein Styropor-Abbild auch in Webers „Liebesgarten“ im Chemnitzer Opernhaus stehen. Nach seinem Studium (Musiktheater-Regie bei Götz Friedrich) komponierte Weber zunächst Musik für Werbefilme, schrieb, inszenierte und arbeitete fürs Fernsehen. Seifenopern wie „Gute Zeiten - Schlechte Zeiten“ und Serien wie „In aller Freundschaft“ und „Verliebt in Berlin“ tragen seine Handschrift ebenso wie TV-Geschichten für Kinder („Löwenzahn reloaded“).

„Die Rose vom Liebesgarten“ wurde seit ihrer Uraufführung 1901 wegen enormer technischer Anforderungen höchst selten gespielt. Weber inszeniert das Heldenstück als hintergründiges Fantasy-Abenteuer: „Da wird auch Blut fließen.“ Bei solchen Szenen denkt der Liebhaber von Show und Musical allerdings besser einmal mehr als zu wenig an seine 80-jährige Mutter: „Ich will nicht provozieren, weder sie noch andere Zuschauer verschrecken.“
Ch. Hamann-Pönisch

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Samstag, November 15th, 2008 | Author: Jürgen R. Weber

Zuerst sind wir im Probenhaus noch mal die Kinderchorszenen durchgegangen. Das war nötig aber nicht wirklich spannend. Dann kam der interessantere Teil der Probe: Mit Astrid, Kouta, Undine und Alex haben wir Teile des 2. Aktes noch mal verändert: Astrids und meine Beobachtung, dass Minneleide im 2. Akt inaktiv ist und ihre Haltung damit nicht stimmt, hat dazu geführt, dass wir sie früh entwaffnen und an ein Andreaskreuz ketten. Der letzte Teil der Probe war etwas blutig: Wir haben den Othellodolch getestet, mit dem der Nachtwunderer Siegnot quält. Wir werden die Konstruktion etwas vereinfachen müssen…

Samstag, November 15th, 2008 | Author: Jürgen R. Weber

Morgens die drei Intermezzi vor dem Vorhang geprobt. Mit den drei alten Männern, dem Schatten und der Schättin.  Lode hat manchmal geniale, einfache Ideen. Das “Angeln” des Fracks, das ich schon streichen wollte, ist nun in den Bereich des Möglichen gerückt. Danach haben sich Felipe und Ramona, unsere beiden Schatten,  ein tolles tänzerisches Duell geliefert.
Später im Ballettsaal mit den beiden endlich die wohl poetischste Szene: Der Ein-Minuten Kuss, der bei uns als pas de deux getanzt wird. Es war richtig erhebend, (im doppelten Sinne, da es auch die zwei einzigen Hebefiguren des Stückes sind), für mich bei der Probe: Etwas, das ich mir vor fast 2 Jahren ausgedacht habe, auf wunderbare Weise realisiert zu sehen.

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Freitag, November 14th, 2008 | Author: Jürgen R. Weber

Heute haben wir morgens die Beleuchtungsproben abgeschlossen. Wir werden den ersten Akt noch etwas nachleuchten müssen, wenn wir den hinteren, abschließenden, gemalten Vorhang aus den Werkstätten haben. Dann hatten wir noch Ballettproben im Ballettsaal. Das ganze Kozept mit Schatten und Schättin,  (Verdoppelung und Abtrennung der Geschichte), ist verdammt schwer zu realisieren. Das wird noch ein Haufen ARbeit. Abends dann 3 Stunden erster Akt. Eine Menge Sachen haben nicht funktioniert. Ausserdem war ich bei einigen Stellen der festen Überzeugung, dass wir sie mit Ballett geprobt hatten, aber dem war nicht so. Die Probe hatte nur in meinem Kopf stattgefunden. Aber über all diesen Sachen sehe ich trotzdem einige wunderschöne SAchen, die funktionieren: Vor allem Minneleides Auftrittslied mit dem Ballett und der ganze Anfang. Sehr schön zu sehen, wie Astrid einige Sachen wahrscheinlich alleine vertieft hat. Die schnellen Wechel der Persönlichkeit im Lied sind einfach grandios. Bei den Pyrotechnischen Effekten gab es zunächst großen Schrecken. Aber das ist, denke ich, normal. Ab jetzt wird scharf geschossen…

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Donnerstag, November 13th, 2008 | Author: admin

Hallo Leute

Ich habe heute das Probentagebuch etwas umgestaltet. Die neuesten Einträge erscheinen jetzt immer oben auf der Seite. Ich hoffe es ist für alle die regelmässig vorbeischauen jetzt noch spassiger und übersichtlicher zu lesen.
Auf der rechten Seite unter Kategorien kann man sich auch nur die Probentagebuch-Einträge anzeigen lassen, indem man  auf Probentagebuch klickt.
Leider sind durch die Umgestaltung die Kommentare zum Probentagebuch beim ersten Eintrag hängen geblieben. Also wenn jemand sein/ein Kommentar vermisst, schaut bitte dort noch einmal nach.

Wer gerne alle Kommentare auf einen Blick lesen möchte, kann auch rechts unten auf Comments oder hier klicken.

Viel Spass mit diesem Blog
Sven

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Donnerstag, November 13th, 2008 | Author: Jürgen R. Weber

more…

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Mittwoch, November 12th, 2008 | Author: Jürgen R. Weber

Weiter mit dem Licht und den parallelen Tanzproben. Undine, die Komparsin, die den Hochmut spielt, hat Probleme sich von den Ballettherren tragen zu lassen. Sie fühlt sich unsicher, andere merken das und sagen das, was die Unsicherheit verstärkt, aber ich beharre auf dem Einfall, weil ich ihn a) für bühnenwirksam halte und b) ich die Unsicherheit benutzen will. Mal sehen ob das klappt… Abends haben wir das Vorspiel mit Allen und dann den 2. Akt geprobt. Viel Chaos. Aber zumindest wissen wir, wo wir stehen. Nach der Probe habe ich mit Astrid noch über die bisher etwas unbefriedigende Situation der Minneleide im 2. Akt gesprochen und ich hoffe, dass ich nun eine befriedigende Lösung gefunden habe. Es ist schon toll wenn man in solchen Situationen Sänger hat, die mit mir immer wieder nach besseren Lösungen suchen und auch helfen Schwachpunkte zu finden.

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Dienstag, November 11th, 2008 | Author: Jürgen R. Weber

Heute den ganzen Tag Beleuchtungsproben. Parallel Ballettproben. Der Teufel steckt im Detail. Die Koordinierung des Bühnenbildes, der Tänzer und der Aktionen ist keine leichte Aufgabe. Weiß jeder was er zu tun hat, und warum? Im Moment noch nicht. Das Bühnenbild sieht  im Licht  toll aus und ich versuche teilweise filmartige Dramaturgien zu benutzen. Dem Zuschauer mit dem Licht zeigen worauf er sich konzentrieren soll. Allerdings sehen wir das jetzt auf den Proben immer nur mit den Stand Ins, den Beleuchtungskomparsen.