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Freitag, Oktober 24th, 2008 | Author: Jürgen R. Weber

Wahrscheinlich ist so ein Probentagebuch für Außenstehende tödlich langweilig.  Die Zeit ist zu knapp um wirklich ins Detail zu gehen. Viele Informationen erschließen sich erst, wenn man das Stück etwas kennt und die wirklich geheimen Gedanken stellt man besser nicht ins Netz. Aber egal- Ich werde wacker weiter machen. (Ich sitze übrigens gerade in der Opernkantine und habe ein Cordon bleu zu mir genommen, falls das jemanden interessiert). Heute Morgen haben wir das von mir etwas modifizierte Nachspiel mit Astrid (Minneleide) und Christian (Winterwächter) geprobt. Ich selbst habe mit unserer Souffleuse Sylvia die Positionen der Ballettsolisten markiert. Dann haben wir das ganze wieder auf Video aufgenommen. Erhellend war diesmal für mich, dass bestimmte, schon geprobte Situationen und Bilder automatisch wieder auftauchen. Es ist so als ob Spielregeln, die ich für das Stück kreiert habe, ohne mein Zutun Lösungen für dramaturgisch schwierige Situationen anbieten. Manchmal fühle ich mich wie ein Zuschauer, der selbst erst hinter den Sinn des Ganzen kommen muss, der aber fühlt, dass da irgendwo ein Sinn, ein geheimnisvoller Zusammenhang ist. Die Wahrheit ist irgendwo da draußen.
Heute Mittag mit großer Freude Siegnots heilige Kanone und sein Schwert in Augenschein genommen. Beides sind hoch sensible Theaterwaffen, die speziell für die Inszenierung gefertigt wurden.

Dann haben wir um 18 Uhr den ersten Akt mit Astrid und Erin durchgespielt und aufgezeichnet.