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Samstag, November 29th, 2008 | Author: Jürgen R. Weber

Ich sitze gerade im Cafe Moskau gegenüber der Oper. Heute morgen hatten wir letzte Korrekturproben mit Komparsen und Ballett.  Gestern abend war unsere letzte Promoaktion: Diesmal bei den Chemcats. (Das ist das hiesige Damenbasketball Team, bei dem besonders Mrs. Keith beeindruckte). Letzte Anweisungen wurden gegeben und technische Details geklärt. Jetzt heißt es abwarten und die Premiere anschauen. Ich bin sehr gespannt. Dies ist das Ende vom Probentagebuch. Ich hoffe es hat etwas Einblick verschafft und auch ab und zu unterhalten. Ich verabschiede mich hier von allen Lesern und hoffe, dass alle die in die Vorstellungen gehen, hier ihre Kommentare und Kritikpunkte und evtl. auch das Lob reinschreiben. Auf Wiedersehn!!!!

P.S. Wir werden sicher in den nächsten TAgen noch Fotos und Kritiken etc. in den Blog stellen. Also schaut ab und zu noch mal rein… By

Freitag, November 28th, 2008 | Author: Jürgen R. Weber

Heute war die Generalprobe! Zuerst die gute Nachricht: Alles ist durchgelaufen, es gab keine ungeplanten Unterbrechungen, keine Verletzten und die Umbauten haben alle in der Zeit funktioniert. der 2. Akt hat einen Riesensprung gemacht. Wir hatten noch einmal mit den Komparsen geprobt und einige Veränderungen vorgenommen, was den Mutantenszenen sehr gut getan hat. Dank hier nochmal an Lode und Monika Straube für ihren Einsatz. wir werden allerdings heute und morgen noch ein paar Korrekturproben abhalten, sodass dieses Probentagebuch erst am Samstag beendet werden wird. Es gab schon einige positve Kommentare von Nichtmitwirkenden, was mich freut. Mal sehen was morgen die Leute sagen. Ich habe für mich gemerkt, dass ich es mag, wenn nicht alles nach Plan läuft und es immer neue kleine Überraschungen gibt. Gestern war das die “Robocop”-Pantomime von unserem Chorbass Tamas… heute werden noch mit dem Winterwächter arbeiten und dann beim CHEMCATS Spiel etwas Werbung für die Premiere machen. Morgen gbt es dann die letzten Ballett und Komparsenproben… mal sehen…

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Mittwoch, November 26th, 2008 | Author: Jürgen R. Weber

Moin moin! Ich sitze gerade mit einem etwas schweren Kopf in der Kantine und lese zwei positve  Kommentare. Das ist schön. Die Probe gestern (also am Dienstag) war gar nicht schlecht. Viele Probleme lösen sich wie von selbst. Aber es gibt immer noch Einiges zu tun. Unser Bühnenbildberater aus Erfurt, Hank Irwin Kittel, war da und hat noch Einiges zu recht angemerkt. Norbert und ich sind dabei den Bildern den letzten Schliff zu geben. Mehr fällt mir jetzt nicht ein…

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Dienstag, November 25th, 2008 | Author: Jürgen R. Weber

Heute war eine sogenannte “lange Hauptprobe” mit allem. Die neuen Projektionen funktionieren gut und auch vieles andere wird immer runder. Frustrierend war, dass wir im 2. Akt einen Sprung machen mussten und im Nachspiel nicht bis zum Ende kamen. Um punkt 23 Uhr mussten wir aufhören, was mir nicht klar war. Hier gab es anscheinend grobe Fehler in der Probenbesprechung und Planung der Probe. Ich habe Angst, dass diese Dinge zu Sicherheitsproblemen führen werden. Wenn wir morgen nicht durchkommen, wird unsere Generalprobe wohl eher eine Arbeitsprobe und die Premiere eher eine Generalprobe werden. Das ist sehr Schade. Oder wie jemand nach der unvollständigen Probe sagte: “Vive l’art”…

Ich weiß, dass die Situation für alle Abteilungen, (Kostüm, Lichttechnik, Orchester, KBB etc.), nicht einfach ist. Das liegt wohl teiweise am Dirigentenwechsel, teilweise auch an meiner Unerfahrenheit, was die Porbenabläufe betrifft. Ich hoffe, dass wir trotz alledem eine sichere, spannende Premiere erleben werden…

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Sonntag, November 23rd, 2008 | Author: Jürgen R. Weber

Ein trauriger und ein toller Tag. Traurig, weil Frank Beermann endgültig aus Gesundheitsgründen abgesagt hat. Toll weil Domonkos Héja eingesprungen ist und ich bei den Bühnen / Orchesterproben merke, dass Pfitzner auf jeden Fall ein Orchester braucht. Toll ist auch, dass ich während der Probe viel arbeiten kann. D.h. da viele kleine Stücke wiederholt werden, bringe ich die Änderungen, die ich mir gestern ausgedacht habe. besonders im Vorspiel und im 2. Akt versuche ich zu ändern. Wir werden auch eine Art Übertitel benutzen
DIE NACHTSCHICHT VORGESCHMACK  hat ziemlich Spaß gemacht. So ein Libretto mit einer Schauspielerin, (die einzigartige Ulrike Euen), zu lesen, ist schon was Feines. Thomas Griebow hat uns wunderbar am Klavier unterstützt.
Am Samstag war dann, nach der BO am Nachmittag die PR Veranstaltung im Cinestar, die auch Spaß gemacht hat. (Fotos werden später folgen).  Die Proben sind teilweise ganz schön nervenaufreibend, da ich versuche jede Sekunde auszunutzen um noch Verbesserungen anzubringen. Das hat auch dazu geführt, dass ich nicht mehr ganz so gelassen bin. Es gab zwei mal Zusammenstöße mit Mitarbeitern, die, wie ich glaube, für alle Beteiliten unschön waren. Ich hoffe, dass sich das wieder legt. Ich merke, dass ich ein echter Harmoniemensch bin. Am Sonntag habe ich mit dem wunderbaren Matthias Vogel und Holger vom Licht an den Kommentar-Dias gearbeitet. Später werde ich noch etwas für’s Programmheft schreiben und malen und mir ein paar interessante Sachen für die morgigen Proben ausdenken…

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Freitag, November 21st, 2008 | Author: Jürgen R. Weber

Buß und Bettag. Feiertag hier. Ich büße für die Dinge, die gestern auf der Bühne nicht geklappt haben und bete, dass ich noch ein paar Einfälle habe. Mal sehen.

Mittwoch, November 19th, 2008 | Author: Jürgen R. Weber

Ein langer Tag beginnt mit vielen kleinen Besprechungen, die meistens eher um die Werbung für die Inszenierung kreisen. Unsere Aktionen am Donnerstag im EXIL und am Samstag im CINESTAR am roten Turm werden geplant. Dann proben wir mit Ramona und Felipe im Ballettsaal den Schluss des Nachspiels und verschiedene Soli von Felipe im Vorspiel.
18 Uhr. Erste Komplettprobe mit Maske, Kostüm und Licht. Mir schlottern innerlich die Knie (geht’s das?). Das Vorspiel zum Vorspiel ist gut. Dann der Rest seinen langen Gang. Ich sehe sehr deutlich, dass abgesehen von den Sachen, die daneben gegangen sind, die Länge und die fehlende dramatische Struktur immer noch ein Problem sind. Zum ersten Mal proben wir das Frühlingswunder. Verschlauchungschaos total. Das Ende ist auch noch ziemlich wackelig. Ich habe das Gefühl Lode und ich müssen da noch Einiges richten.
Intermezzo: Naja… Aber Ramona sieht als Schättin toll aus und beide  Schattenkostüme sind ein Traum. Sven Bindseil und die ganze Kostümwerkstatt haben verdammt gute Arbeit geleistet.
1. Akt. Das ist teilweise wie Magie. Tanz, Gesang und Handlung gehen toll zusammen. Die Keilerei am Ende muss eindeutig noch ein paar Mal geprobt werden.
Pause. Ich liebe Pausen.
2. Akt Das Licht ist zu hell, die Bühnenwagen wackeln, Die Komparsen, zum ersten Mal in ihren Kostümen spielen zu wenig und sind optisch zu dominant. Das Kamehame Ha muss noch neu konzipiert werden.
Intermezzo OK … Dann das Nachspiel. Schön… merkwürdig… Aber spannend… Astrid mit ihren hohen Noten auf dem Rücken des Winterwächters herrlich. Um 23 Uhr ist alles vorbei: Sehr viele Eindrücke:Jetzt wird sich zeigen, was ich noch ändern, verbessern oder genauer machen kann.

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Dienstag, November 18th, 2008 | Author: Jürgen R. Weber

Ab 12 Probe im Ballettsaal. Zunächst mit Erin, Astrid, Ramona und Felipe. Dann später nur mit Felipe und Ramona. Man spürt immer mehr die Anspannung da der Premierentermin immer näher rückt. Immer wieder geht es um das Gleichgewicht von Tanz, Gesang und Handlung. Das Ganze als Traumspiel mit verschiedenen Bedeutungs- und Handlungsblasen die durch Membrane verbunden sind. Ich sehe den Schmerz und die Anstrengung auf den Gesichtern der Tänzer. Anders als bei Sängern, wo sich der Weg zur Kunst eher in Konzentration und Reflexion zeigt, ist es bei den Tänzern mehr wie das Darbringen des eigenen Körpers als Opfer. Das ist beeindruckend aber auch etwas Angst einflößend. In der Kantine habe ich dann mit dem genesenden GMD Frank Beermann über den Übergang vom Vorspiel zum ersten Akt gesprochen. Wir haben, glaube ich, eine gute Lösung für die Bühnenmusik gefunden und Frank strahlt Ruhe und Zuversicht aus. Selbst in dem Rahmen von Pfitzners spätromantischer Monumentalität gibt es Raum für kontrollierte Improvisation auf allen Ebenen. Das ist gut.
Um 15 Uhr sind wir im Cinestar am roten Turm um eine Werbeaktion für die ROSE zu planen, die am Samstag den 22. November zwischen 18 und 20 Uhr dort stattfinden wird. Kinobesucher, die in James Bond oder Hellboy gehen wollen, können Freikarten gewinnen und 3 unserer Charaktere, (Winterwächter, Wollust und Hochmut), von Nahem bewundern.
Abends dann Nachspiel mit Heiko, unserem Einbeinigen, dem Winterwächter, Minneleide, Schatten und Schättin. Eine Passage, das Ende des 2. Aktes bei geschlossenem Vorhang, proben wir zum ersten mal. Astrid improvisiert großartig. Danach Umbau zum 2. Akt. Und Probe mit allen, (außer Geronimo, einem der Tänzer, der krank ist und dessen Part bei der Probe von Lode gespielt wird). Es geht erstaunlich gut durch. Einmal  jedoch verschlägt es mir den Atem als Kouta, unser Nachtwunderer, fast von unserem Eisenschandkäfig erschlagen wird. Wahrscheinlich sah es gefährlicher aus als es war. Aber allein die Möglichkeit von solchen Unfällen macht mich nervös. Manchmal habe ich das Gefühl, dass die Sänger, Tänzer und Komparsen von mir in ein von tödlichen Fallen durchsetztes Gebiet geschickt werden, während ich gemütlich auf meinem Regiestuhl sitze. Kein gutes Gefühl. Morgen dann der erste Gesamtdurchlauf mit Allem. Das wird aufregend. Wir werden viele Kostüme zum ersten Mal sehen.

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Samstag, November 15th, 2008 | Author: Jürgen R. Weber

Zuerst sind wir im Probenhaus noch mal die Kinderchorszenen durchgegangen. Das war nötig aber nicht wirklich spannend. Dann kam der interessantere Teil der Probe: Mit Astrid, Kouta, Undine und Alex haben wir Teile des 2. Aktes noch mal verändert: Astrids und meine Beobachtung, dass Minneleide im 2. Akt inaktiv ist und ihre Haltung damit nicht stimmt, hat dazu geführt, dass wir sie früh entwaffnen und an ein Andreaskreuz ketten. Der letzte Teil der Probe war etwas blutig: Wir haben den Othellodolch getestet, mit dem der Nachtwunderer Siegnot quält. Wir werden die Konstruktion etwas vereinfachen müssen…

Samstag, November 15th, 2008 | Author: Jürgen R. Weber

Morgens die drei Intermezzi vor dem Vorhang geprobt. Mit den drei alten Männern, dem Schatten und der Schättin.  Lode hat manchmal geniale, einfache Ideen. Das “Angeln” des Fracks, das ich schon streichen wollte, ist nun in den Bereich des Möglichen gerückt. Danach haben sich Felipe und Ramona, unsere beiden Schatten,  ein tolles tänzerisches Duell geliefert.
Später im Ballettsaal mit den beiden endlich die wohl poetischste Szene: Der Ein-Minuten Kuss, der bei uns als pas de deux getanzt wird. Es war richtig erhebend, (im doppelten Sinne, da es auch die zwei einzigen Hebefiguren des Stückes sind), für mich bei der Probe: Etwas, das ich mir vor fast 2 Jahren ausgedacht habe, auf wunderbare Weise realisiert zu sehen.

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Freitag, November 14th, 2008 | Author: Jürgen R. Weber

Heute haben wir morgens die Beleuchtungsproben abgeschlossen. Wir werden den ersten Akt noch etwas nachleuchten müssen, wenn wir den hinteren, abschließenden, gemalten Vorhang aus den Werkstätten haben. Dann hatten wir noch Ballettproben im Ballettsaal. Das ganze Kozept mit Schatten und Schättin,  (Verdoppelung und Abtrennung der Geschichte), ist verdammt schwer zu realisieren. Das wird noch ein Haufen ARbeit. Abends dann 3 Stunden erster Akt. Eine Menge Sachen haben nicht funktioniert. Ausserdem war ich bei einigen Stellen der festen Überzeugung, dass wir sie mit Ballett geprobt hatten, aber dem war nicht so. Die Probe hatte nur in meinem Kopf stattgefunden. Aber über all diesen Sachen sehe ich trotzdem einige wunderschöne SAchen, die funktionieren: Vor allem Minneleides Auftrittslied mit dem Ballett und der ganze Anfang. Sehr schön zu sehen, wie Astrid einige Sachen wahrscheinlich alleine vertieft hat. Die schnellen Wechel der Persönlichkeit im Lied sind einfach grandios. Bei den Pyrotechnischen Effekten gab es zunächst großen Schrecken. Aber das ist, denke ich, normal. Ab jetzt wird scharf geschossen…

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Mittwoch, November 12th, 2008 | Author: Jürgen R. Weber

Weiter mit dem Licht und den parallelen Tanzproben. Undine, die Komparsin, die den Hochmut spielt, hat Probleme sich von den Ballettherren tragen zu lassen. Sie fühlt sich unsicher, andere merken das und sagen das, was die Unsicherheit verstärkt, aber ich beharre auf dem Einfall, weil ich ihn a) für bühnenwirksam halte und b) ich die Unsicherheit benutzen will. Mal sehen ob das klappt… Abends haben wir das Vorspiel mit Allen und dann den 2. Akt geprobt. Viel Chaos. Aber zumindest wissen wir, wo wir stehen. Nach der Probe habe ich mit Astrid noch über die bisher etwas unbefriedigende Situation der Minneleide im 2. Akt gesprochen und ich hoffe, dass ich nun eine befriedigende Lösung gefunden habe. Es ist schon toll wenn man in solchen Situationen Sänger hat, die mit mir immer wieder nach besseren Lösungen suchen und auch helfen Schwachpunkte zu finden.

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Dienstag, November 11th, 2008 | Author: Jürgen R. Weber

Heute den ganzen Tag Beleuchtungsproben. Parallel Ballettproben. Der Teufel steckt im Detail. Die Koordinierung des Bühnenbildes, der Tänzer und der Aktionen ist keine leichte Aufgabe. Weiß jeder was er zu tun hat, und warum? Im Moment noch nicht. Das Bühnenbild sieht  im Licht  toll aus und ich versuche teilweise filmartige Dramaturgien zu benutzen. Dem Zuschauer mit dem Licht zeigen worauf er sich konzentrieren soll. Allerdings sehen wir das jetzt auf den Proben immer nur mit den Stand Ins, den Beleuchtungskomparsen.

Montag, November 10th, 2008 | Author: Jürgen R. Weber

12:30 Probe mit Lode, den Gesangssolisten und den Tänzern im Ballettsaal. Nun haben wir auch den Schluss von Minneleides großem “Broadway-Block” geprobt. Wunderbares Zusammenspiel von Tänzern und unserer Sängerin.

18:00 2. Akt. Etwas mühsam. Zum ersten Mal kommen wir nicht so weit wie wir wollen. Die Koordinierung der Tänzer, die hier mehr darstellerische Aufgaben haben, ist manchmal etwas schwierig. Zudem ändere ich hier und da, was uns auch aufhält. Ich versuche klarer und einfacher zu werden. Stilmittel bewusst durchzuhalten. Dabei ist uns, (eigentlich Astrid), noch ein Problem in Minneleides Haltung aufgefallen. Warum greift sie nicht ein, wenn der Nachtwunderer so gemein zu Siegnot ist? Aber ich habe schon eine Idee.
Als Bonbon: Die Szene von Minneleide und den Schatten vor dem Vorhang. Das war sehr schön. Einfach, klar und doch geheimnisvoll.

Samstag, November 08th, 2008 | Author: Jürgen R. Weber

Heute um 10 haben wir versucht die Kinderchorszenen von gestern ins Gesamtgeschehen einzufügen.  Das heißt mit dem Chor zusammen und den Solisten und den Tänzern. Das in einer Stunde zu schaffen war gar nicht so einfach. Aber es gibt ein paar schöne Momente. Um 11 haben wir dann den Kinderchor verabschiedet und uns ganz dem Vorspiel gewidmet. Der unermüdliche Kouta war als Waffenmeister mal wieder dabei. Später auch Andreas als sein angewachsener Zwilling. (Er hatte vorher, glaube ich, den Papagena für die Wiederaufnahme “Zauberflöte geprobt- großer Kontrast!!). Die Koordinierung von Tanz und Aktion auf der Bühne war der Probenschwerpunkt. Wir haben drei Ebenen bei diesen Szenen. Die stilisierte Pradiesebene mit Chor und Corps de Ballett. Dann die Handlungs/Comedyebene mit Siegnot (noch als Hausmeister), und die beobachtenden Ebene des Schattens. Auf jeden Fall scheint alles zu funktionieren. Nächste Woche werden wir Licht machen und parallel viel mit dem Ballett arbeiten. Die komplexe Planung der Proben wäre ohne Micha, den Regieassistenten, kaum möglich. Er ist auch immer derjenige, den ich anrufe, wenn ich mal wieder komplett probentechnisch die Übersicht verloren habe.

Freitag, November 07th, 2008 | Author: Jürgen R. Weber

Heute haben wir mit dem Ballett und Astrid ihren Auftritt im 1. Akt geprobt. Immer wieder unteressant ist Lode dabei zu beobachten, wie er sich kurz konzentriert um dann mit seinem Körper Tanzbewegungen quasi zu “komponieren” und wie dann diese Bewegungen von den Tänzern aufgenommen werden. Astrid ist mit ihrer Beweglichkeit und ihren physischen Möglichkeiten ein unerhörter Glücksfall. Das zeigt sich auch als wir am Abend die Schlussszene zwischen Winterwächter und Minneleide noch einmal neu konzipieren. Ich will hier nicht zuviel verraten aber es wird, wie ich glaube, atemberaubend werden. Dann hatte ich heute die erste Probe mit dem Kinderchor. Wir haben in einer Stunde mit A- und B- Besetzung alles durchgeprobt.

Donnerstag, November 06th, 2008 | Author: Jürgen R. Weber

Heute morgen haben wir sehr intensiv die Kampfszene Ende des ersten Aktes geprobt. Tänzer, Sänger und Pyrotechnik, (im Moment noch imaginiert), wild durcheinander. Wie heißt es doch bei Wagner in der Walküre 2. Akt: “Wo kühn Kräfte sich regen, da rath ich offen zum Krieg!!!”  Bühnengewalt hat immer etwas Faszinierendes: Macbeth, Hamlet, Lear: Shakespeare hat da kaum erreichbare Standards gesetzt. Gewalt ist bei uns spielerisch, real, spannend und voller Bedeutung. Im Geiste zähle ich, wie viele peinliche Lohengrin/Telramund Kämpfe ich gesehen habe. 20? 30? Zuviele. Dance like a Butterfly and sting like a bee! It’s clobberin’ time!
Heute Nachmittag zusammen mit Lode und dem Corps de Ballett (unseren 8 Tänzer und Tänzerinnen) im Ballettsaal. Wir haben uns durch den ersten Akt durchgearbeitet, wobei ich mich diesmal entspannen konnte, da Lode die Hauptarbeit leistet. Ich schaue zu und erläutere oder lasse einen kleinen Kommentar ab. Es ist wirklich eine Wonne Lode und seiner Mannschaft bei der tänzerischen Arbeit zuzusehn.

Mittwoch, November 05th, 2008 | Author: Jürgen R. Weber

Bei den heutigen ersten Proben mit den Solisten des Balletts haben wir erstmal allen einen Überblick verschafft. Die Imperatrix war schon sehr interessant anzuschaun: Bert und Alisha, wie sie zum ersten mal versuchten sich koordiniert zu bewegen. Auch zeigt sich wie wichtig nun Ausstattungsdetails werden. Z.B. der Schwerttrick, der sowohl die Waffenmeisterei als auch die Kostümabteilung auf Trab hält. Am Abend haben so eine Art Durchlauf durch den zweiten Akt durchgeführt. Zum ersten Mal mit der “Aktionstruppe” des Balletts.

Dienstag, November 04th, 2008 | Author: Jürgen R. Weber

Heute war bei beiden Proben, Lode unser Choreograph anwesend, sodass ich ihm die Schnittstellen zwischen unseren Sängern, dem Chor und dem Ballett, eigenfüßig markierend “vortanzen” konnte. Vormittag haben wir das Chorfinale des Nachspiels mit dem Chor geprobt. Auch hier hat sich gezeigt, dass zwei Gesten, die sich aus der Probenarbeit entwickelt haben, auf den Chor multipliziert eine merkwürdige Kraft und Bedeutung bekommen. In diesem Fall sind es die “True Love”-Geste und die “Seltsam” - Geste. Danach der erste Akt mit Astrid und Erin. Das bringt beim Zusehen noch immer viel Spaß und funktioniert augezeichnet. Dabei kam mal wieder das Problem des nach Vorne Singens zur Sprache. Ich halte nichts davon durch irgendwelche “realistischen” Banalitäten den Gesang zu behindern. (Sorry, Walter Felsenstein)…  Insofern trifft sich mein Musiktheateransatz mit den Bedürfnissen unserer Belcantisten.

Bei der Abendprobe haben wir das Zusammenspiel zwischen dem hausmeisterlichen Siegnot und dem Chor intensiviert. Die heilige Kiste hat sich als zu wackelig und nicht stabil genug herausgestellt. Aber auch das Problem werden wir lösen. Die Zusammenarbeit mit der Technik und dem Licht auf der Bühne ist übrigens ein Traum. Gute Atmosphäre- professionelle, schnelle Reaktionen…

Montag, November 03rd, 2008 | Author: Jürgen R. Weber

Erste Probe heute auf der “richtigen Bühne”. Sofort werden viele mögliche Probleme mit dem Bühnenbild offenbar: Z.B: der Auftritt des Nachtwunderers. Sicherheit? Der Umgang: Kann man die Aktionen von allen Plätzen sehen? Als Besucher hasse ich kaum etwas mehr, als wenn ich wichtige Szenen aufgrund des Bühnenbildes nicht sehen oder hören kann. Wir werden Einiges neu ausrichten müssen. Ansonsten feilen wir weiter an der Siegnotfigur. Wie verhält sich ein Held wider Willen? Ich denke immer wieder an “The Hobbit”  (der kleine Hobbit) , wo Bilbo Baggins, (Bilbo Beutlin)von Gandalf praktisch gezwungen wird seine Abenteuerfahrt anzutreten. Aber auch Charlie Chaplin und Buster Keaton geben Rollenmodelle ab.
Mittags lange Besprechung mit Lode Devos unserem Choreographen, der nach erfolgreicher “Schwanensee-Premiere sich nun intensiv um die “Rose kümmern wird.
Abends wieder auf der Probenbühne mit der wieder gesundeten Tiina. Dort auch besprochen wie man mit naiver Darstellungsweise (kindlich/Pantomimische Gestik… etc) umgehen soll. Jana muss bei ihrer kleinen Arie im zweiten Akt sowohl ein Vöglein als auch eine Blümlein kopieren. Wie ist die Balance zwischen Ernsthaftigkeit, Parodie und Blödsinn zu finden? Im Übrigen freue ich mich, dass anscheinend Einige meine Zeilen hier lesen.

Donnerstag, Oktober 30th, 2008 | Author: Jürgen R. Weber

Chorprobe mit Erin. Wir wiederholen das Vorspiel. Erin als putzender Peter Sellars-Typ. Wir nutzen zwei Möglichkeiten um ihn vor seiner Verwandlung zu zeigen. Ich habe das Gefühl, dass wir einen großen Schritt weiter gekommen sind. Die Dinge, die wir über Siegnot herausgefunden haben, werden weit in den ersten und zweiten Akt strahlen.

Mittwoch, Oktober 29th, 2008 | Author: Jürgen R. Weber

Puppenprobe mit Kouta Räsänen und seiner Puppe. Es ist schon eigenartig. Ich nehme die Puppe immer mehr als eigenständigen Charakter wahr.

Abends erste szenische Chorprobe. Die stilisierten Gesten funktionieren gut. Aber es wird immer klarer, dass wir mit Erin noch etwas für Siegnot machen müssen, damit der Zuschauer früher mit der Hauptgeschichte konfrontiert wird.

Dienstag, Oktober 28th, 2008 | Author: Jürgen R. Weber

2. Akt mit fast allen. Nur unsere Rotelse, Tiina ist leider krank. Der 2. Akt ist sowohl musikalisch als auch dramatisch schwer zu knacken. Die Konflikte und “Spielregeln” sind unklar. Auch wir springen stilistisch um diesem merkwürdigen Konglomerat beizukommen.
Mittags Requisitenbesprechung.
Abends Probe 2. Akt mit den 7 Todsünden. Der Komparsen”chor” bekommt immer mehr kommentierende Funktion. Abgesehen davon wird viel gelacht, was immer gut ist. Ich habe das Gefühl, dass ich Siegnots  Bogen noch nicht vollständig gefunden habe. Der Kreis schließt sich noch nicht. Aber zum Glück haben wir noch etwas Zeit.

Montag, Oktober 27th, 2008 | Author: Jürgen R. Weber

Wir haben das fehlende Stück aus dem Vorspiel mit Sanges/Waffenmeister und Siegnot geprobt. Der bei Pfitzner fehlende dramatische Boden ist jetzt da. Die offene Frage, das Rätsel in Form von Siegnots Metamorphose.
Abends: 2. Hälfte des 2. Aktes. Blut und Gewalt. Aber durch die Puppenexistenz des Nachtwunderers in ein spielerisches Licht gestellt.

Samstag, Oktober 25th, 2008 | Author: Jürgen R. Weber

Heute morgen haben wir die wilde “Hasch mich”- Ballettszene mit unserm famosen Herrn See und der tastenflinken Frau Lang akustisch aufgezeichnet. Die Szene wird der Bonbon für unseren Choreographen Lode Devos und das Ballett Chemnitz. Ein schnelles, atemloses Stück, das wahrscheinlich schon seit über 80 Jahren nicht mehr aufgeführt wurde, da es schon bei frühen Aufführungen gestrichen wurde.  Danach haben wir Erins Auftrittsszene geprobt. Das Zusammenspiel zwischen Tänzern und Sängern wird in bestimmten Augenblicken über die Qualität der Inszenierung entscheiden. Noch haben wir keine Tänzer, da in einer Woche die “Schwanensee” Premiere ist und alle Tänzer dort eingebunden sind. Danach wird sich zeigen ob mein Konzept bei der Rose aufgeht.