Ab 12 Probe im Ballettsaal. Zunächst mit Erin, Astrid, Ramona und Felipe. Dann später nur mit Felipe und Ramona. Man spürt immer mehr die Anspannung da der Premierentermin immer näher rückt. Immer wieder geht es um das Gleichgewicht von Tanz, Gesang und Handlung. Das Ganze als Traumspiel mit verschiedenen Bedeutungs- und Handlungsblasen die durch Membrane verbunden sind. Ich sehe den Schmerz und die Anstrengung auf den Gesichtern der Tänzer. Anders als bei Sängern, wo sich der Weg zur Kunst eher in Konzentration und Reflexion zeigt, ist es bei den Tänzern mehr wie das Darbringen des eigenen Körpers als Opfer. Das ist beeindruckend aber auch etwas Angst einflößend. In der Kantine habe ich dann mit dem genesenden GMD Frank Beermann über den Übergang vom Vorspiel zum ersten Akt gesprochen. Wir haben, glaube ich, eine gute Lösung für die Bühnenmusik gefunden und Frank strahlt Ruhe und Zuversicht aus. Selbst in dem Rahmen von Pfitzners spätromantischer Monumentalität gibt es Raum für kontrollierte Improvisation auf allen Ebenen. Das ist gut.
Um 15 Uhr sind wir im Cinestar am roten Turm um eine Werbeaktion für die ROSE zu planen, die am Samstag den 22. November zwischen 18 und 20 Uhr dort stattfinden wird. Kinobesucher, die in James Bond oder Hellboy gehen wollen, können Freikarten gewinnen und 3 unserer Charaktere, (Winterwächter, Wollust und Hochmut), von Nahem bewundern.
Abends dann Nachspiel mit Heiko, unserem Einbeinigen, dem Winterwächter, Minneleide, Schatten und Schättin. Eine Passage, das Ende des 2. Aktes bei geschlossenem Vorhang, proben wir zum ersten mal. Astrid improvisiert großartig. Danach Umbau zum 2. Akt. Und Probe mit allen, (außer Geronimo, einem der Tänzer, der krank ist und dessen Part bei der Probe von Lode gespielt wird). Es geht erstaunlich gut durch. Einmal jedoch verschlägt es mir den Atem als Kouta, unser Nachtwunderer, fast von unserem Eisenschandkäfig erschlagen wird. Wahrscheinlich sah es gefährlicher aus als es war. Aber allein die Möglichkeit von solchen Unfällen macht mich nervös. Manchmal habe ich das Gefühl, dass die Sänger, Tänzer und Komparsen von mir in ein von tödlichen Fallen durchsetztes Gebiet geschickt werden, während ich gemütlich auf meinem Regiestuhl sitze. Kein gutes Gefühl. Morgen dann der erste Gesamtdurchlauf mit Allem. Das wird aufregend. Wir werden viele Kostüme zum ersten Mal sehen.